Ohne Impfung wieder nach Hause: Impfwillige in Lembach verärgert
BEZIRK ROHRBACH. Der Andrang auf die Impfstellen ist ob der neuen 2G-Regelung groß. In Lembach etwa wurde die Alfons-Dorfner-Halle am Montagabend förmlich gestürmt, berichtet eine Tips-Leserin, die sich ärgert, weil sie schlussendlich nicht zu ihrer Impfung kam.

Seit Montag gelten umfassende Einschränkungen für Ungeimpfte, etwa in der Gastronomie, bei körpernahen Dienstleistungen und im Freizeitbereich. Wer sich nun binnen vier Wochen für eine Erstimpfung entscheiden kann, kann diesen Restriktionen mit einem zusätzlichen PCR-Test entgehen. Deshalb wird im ganzen Bezirk ein umfassendes Impfangebot ausgerollt, wie etwa am 8. November in Lembach. Eine Tips-Leserin war vor Ort, um sich impfen zu lassen - und musste doch unverrichteter Dinge wieder heimfahren. Ihrem Ärger darüber hat sie in einer Nachricht an die Rohrbacher Redaktion Luft gelassen:
„Ausgeschrieben war die Impfstraße ohne Anmeldung in der Alfons Dorfner Halle Lembach für 8.11. von 17 bis 19 Uhr. Ich war um 18 Uhr vor Ort – vor mir eine Schlange voller Menschen aus dem Bezirk, die sich auch die 1., 2. oder 3. Dosis holen wollten. Diese Schlange reichte bis zur Parkplatz-Wiese, die selbst völlig überfüllt mit Autos war. Nach einer Stunde Wartezeit in der Kälte schaffte ich es durch den Eingangsbereich. Dort herrschte Chaos. Unzählige Personen, die versuchten, mit einem der wenigen Kugelschreiber, die noch funktionsfähig waren, das benötigte Formular auszufüllen. Da vor Ort keine Einteilung vorgesehen war, warteten alle im Eingangsbereich auf einem Haufen mit FFP2-Maske. Nach einiger Zeit teilte uns ein Rot-Kreuz-Helfer mit, dass nur mehr Impfstoff für 26, maximal 40 Personen vorhanden sei. Wieder passierte nichts – keine Einteilung, keine weiteren Infos zum Vorgehen. Wir erfuhren nur, dass jegliche Kritik an die BH und das Land OÖ gerichtet werden sollen. Man bemerkte die teils verzweifelte, teils aggressive Stimmung unter den Wartenden. Daher waren wir auch nicht gerade verwundert, als die Polizei mit drei Personen zur Unterstützung kam. Diese veranlasste eine Einteilung in 2er-Reihen, damit durchgezählt werden kann. Natürlich entstand wieder Chaos, da sich keiner nach mittlerweile 3 bis 4 Stunden Wartezeit nach hinten reihen lassen wollte. Um 21 Uhr erhielten wir dann die Nachricht, dass nur mehr 26 Personen geimpft werden können. 10 Personen vor mir wurde der Cut gemacht – alle danach mussten leider weggeschickt werden. Und das ungeimpft, nach stundenlangem Warten draußen in der Schlange bei beinahe Minusgraden und drinnen Schulter an Schulter in der Menge. Ohne hier jemanden angreifen zu wollen, da ich wirklich Respekt vor allen Freiwilligen, Ehrenamtlichen und Bediensteten in dieser Situation habe, aber hier funktionierte die Organisation schlichtweg gar nicht. Umso bedenklicher, wenn man hört, sie haben mit 80-100 Personen gerechnet (erzählte ein Rot-Kreuz-Mitarbeiter) und es waren bestimmt 300-400 Personen vor Ort. Schade um die wertvolle Zeit, besonders für Personen, die bereits kurz nach der Öffnung vor Ort waren und letztendlich keine Chance auf den vorausgesetzten Stich hatten.“
Dass das ärgerlich ist, versteht auch Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner, die dennoch eine Lanze für das Rote Kreuz bricht, welche die Organisation stemmte: „Es ist wirklich schwierig, vorherzusagen, wie viele Leute zu so einer Pop-Up-Impfung kommen. Normalerweise sind es viel, viel weniger und das Rote Kreuz hat sofort, als der Andrang immer größer wurde, von einem auf drei Ärzte und auch beim Rettungspersonal aufgestockt. Es konnten an diesem Abend schlussendlich 270 Leute geimpft werden und das war eine Sonderleistung, für die ich dem Roten Kreuz ausdrücklich Dank sagen möchte.“
Auch Standort-Bürgermeisterin Nicole Leitenmüller will diese Behauptungen so nicht stehen lassen. „Ich war persönlich von Anfang bis zum Schluss vor Ort und kann mit Sicherheit sagen, dass jeder, der bis zum Schluss dageblieben ist, auch seine Impfung bekommen hat. Der Impfstoff war auch nicht aus.“
Mitterlehner verweist auf das breitflächige Impfangebot in Gemeinden, Impfbussen und Arztpraxen im ganzen Bezirk, sodass jeder, der will, zu einer Impfung kommen kann. Außerdem gäbe es auch viele Möglichkeiten, sich nach Terminvereinbarung impfen zu lassen, um eben solche Situationen zu vermeiden, etwa bei den niedergelassenen Ärzten oder in den öffentlichen Impfstraßen.
In Orten und Praxen
Am ehemaligen Gesundheitsamt in Rohrbach-Berg etwa kann man sich jeden Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr sowie 13 und 16 Uhr, freitags von 13 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr nach Anmeldung unter www.ooe-impft.at impfen lassen. Zudem gibt es in verschiedenen Orten des Bezirkes Gelegenheit: am 13. November von 8.30 bis 12 Uhr am Gemeindeamt Kleinzell, am 15. November von 17 bis 20 Uhr im Veranstaltungssaal St. Martin, am 16. November von 18 bis 20 Uhr am Gemeindeamt Arnreit, am 18. November von 17 bis 19 Uhr am Gemeindeamt Niederkappel, am 19. November von 18 bis 20 Uhr am Stefansplatzerl in St. Stefan-Afiesl und am 24. November von 17 bis 19 Uhr am Gemeindeamt St. Peter.
Impfen ohne Anmeldung ist auch in Arztpraxen möglich: am 10. November von 16 bis 18 Uhr in der Ordination Dr. Füssl und am 11. November von 16 bis 18 Uhr in der Ordination Dr. Pammer in St. Veit.
Grüner Pass kürzer gültig
Übrigens ist der Grüne Pass nur mehr neun Monate nach Zweitimpfung statt wie bisher ein Jahr gültig, ehe eine dritte Dosis benötigt wird. Diese wird vom Nationalen Impfgremium nun bereits nach sechs Monaten empfohlen.
Janssen-Geimpfte brauchen ab 3. Jänner eine zweite Dosis für einen gültigen Grünen Pass.
Alle aktuellen Impfangebote im Land und in den Bezirken findet man auf www.ooe-impft.at.


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