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Elisabeth Eckerstorfer ist seit mehr als 30 Jahren eine starke Stimme für Menschen mit Beeinträchtigung

Sevim Demir, 17.11.2021 15:15

ST. PETER. Erfolglos war Elisabeth Eckerstorfer vor mehr als 30 Jahren auf der Suche nach einem Kindergartenplatz für ihren beeinträchtigten Sohn, wo auf dessen spezielle Bedürfnisse eingegangen wird. Das kann es nicht sein, dachte sich die Petringerin. Der Grundstein für ihren jahrelangen, unermüdlichen Einsatz für Menschen mit Beeinträchtigung war damit gelegt.

Gemeinsam mit den Lions organisiert Elisabeth Eckerstorfer den Erlebnistag für Menschen mit Beeinträchtigung. Am Bild zu sehen mit Georg Klecatsky von den Lions. (Foto: privat)

Mit einem wehmütigen und doch sehr stolzen Blick blättert Elisabeth Eckerstorfer durch ihre sorgfältig sortierte Mappe mit alten Fotos und Zeitungsausschnitten, während sie Einblick in ihre Lebensgeschichte gibt. 1985 kam die ausgebildete Familienhelferin erstmals mit der Lebenshilfe in Kontakt. Um ihren beeinträchtigten Sohn in bester Obhut zu wissen, setzte sie sich für einen Heilpädagogischen Kindergarten ein – mit Erfolg. „In der heutigen Zeit haben Menschen mit Beeinträchtigung einen festen Platz in der Gesellschaft. Doch vor 30 Jahren schaute die Welt noch ganz anders aus“, blickt Eckerstorfer zurück. Aus diesem Grund setzte sie sich fortan für Menschen, vor allem für Kinder, mit Beeinträchtigung ein. 1991 wurde sie Obfrau der Arbeitsgruppe Rohrbach der Lebenshilfe. In ihrer Freizeit organisiert sie zahlreiche Aktivitäten, um Menschen mit Beeinträchtigung einen erlebnisreichen Alltag zu ermöglichen.

All together Party gegründet

Das wohl bekannteste ihrer vielen Projekte ist die All together Party im empire St. Martin. Tausende Teilnehmer aus allen Teilen Oberösterreichs und dem angrenzenden Bayern kommen jährlich zusammen, um gemeinsam zu tanzen und lustige Stunden zu verbringen – coronabedingt fiel sie letztes und heuriges Jahr ins Wasser. Weitere Projekte sind der Bezirkswandertag oder der Erlebnistag, den Eckerstorfer gemeinsam mit den Lions organisiert. Eine Veranstaltung, „von der die Leute heute noch reden“, wie sie sagt, war das Promi-Kickerl. „Ich trommelte dafür prominente Persönlichkeiten wie Edi Finger zusammen“, verrät sie. Der Erlös der Benefiz-Veranstaltung wurde für eine gemeinsame Schiffsfahrt mit mehr als 500 Personen genutzt. „Ein unvergessliches Erlebnis, auf das ich noch ewig zurückdenken werde.“ Nach gut 30 Jahren an der Spitze der Arbeitsgruppe Rohrbach der Lebenshilfe hat Elisabeth Eckerstorfer ihr Amt an Ernst Breitenfellner übergeben, der Arbeitsgruppe bleibt sie aber weiterhin erhalten. Denn mit ihrem letzten erreichten Projekt, dem Lebensthemenhaus in St. Peter, hat Eckerstorfer alles geschafft, was sie schaffen wollte.

Der Kreis hat sich geschlossen

„Wenn man ein beeinträchtigtes Kind hat, begleitet einen ein Leben lang die Frage, was mit ihm geschieht, wenn man selber nicht mehr ist.“ Aus diesem Grund hat sie sich 12 Jahre lang für den Bau des Lebensthemenhauses in St. Peter eingesetzt. „Der Weg war alles andere als einfach, aber am Ende hat sich das Kämpfen gelohnt. Für mich hat sich damit ein Kreis geschlossen. Ich habe begonnen mit einem Kindergarten und aufgehört mit einem Ort, wo Beeinträchtigte sich zuhause fühlen und ankommen“, ist Elisabeth Eckerstorfer stolz. Eine starke Stimme für Menschen mit Beeinträchtigung wird die Petringerin auch weiterhin bleiben: „Denn obwohl sich so viel getan hat, darf man sich nie zurücklehnen.“ Ein bisschen ruhiger möchte sie es aber in Zukunft schon angehen: „Ich muss und möchte jetzt auch wieder mehr auf mich schauen und Dinge unternehmen, für die ich mir die letzten Jahre kaum Zeit genommen habe!“


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