Zwei Jahre Pandemie haben im Poly Aigen-Schlägl Spuren hinterlassen
AIGEN-SCHLÄGL. Seit mehr als zwei Jahren begleitet die Corona-Pandemie auch die Polytechnische Schule Aigen-Schlägl im Schulalltag. Eltern, Lehrpersonal sowie Schüler und Schülerinnen mussten sich oft von einem Tag auf den anderen auf eine völlig neue Situation einstellen. Über den aktuellen Schulalltag berichten hier die Lehrpersonen und Jugendlichen selbst.

Lehrer & Lehrerinnen
Durch die Pandemie haben wir gelernt, uns schnell und flexibel auf neue Situationen einzustellen. Das wichtigste Instrument in dieser Zeit war und ist unsere Lernplattform „Google Workspace”. Mit dieser Plattform können wir den gesamten Unterricht digital zur Verfügung stellen. Die letzten Wochen waren besonders anstrengend für uns, da wir Hybrid-Unterricht angeboten haben – das bedeutet, dass wir in der Schule und gleichzeitig über Videokonferenzen die Schüler und Schülerinnen zu Hause unterrichtet haben. Eine besondere Herausforderung stellte der Praxisunterricht dar. Unsere Werkstätten verfügen über eine Top-Ausstattung – auf diese hatten die Schülerinnen und Schüler zu Hause natürlich keinen Zugriff. Hier war besonders viel Kreativität gefragt, um auch unseren „Distance-Learnern” praxisnahe Aufgaben zu stellen. Alle Beteiligten haben sich in dieser Zeit häufig außerhalb ihrer Komfortzone bewegt, sich auf neue Unterrichtsmethoden und -tools eingelassen – auf die sie definitiv nicht mehr verzichten wollen.
Schüler & Schülerinnen im Distance-Learning
von Jasmina Vierlinger, Tanja Lugmair, Diana Pramberger – Schülerinnen Fachbereich Metalltechnik
Das Beste am Homeschooling ist, dass wir um einiges länger schlafen können und am Morgen keinen Stress haben. 50 Minuten bevor der Unterricht beginnt, stehen wir auf und der Laptop wird gestartet. Während wir auf die entsprechende Lehrkraft warten, beginnen wir bereits im Voraus mit den geposteten Aufgaben. In einer Videokonferenz wird uns die Aufgabenstellung erklärt und wir hören aufmerksam zu. Nachdem wir die Aufgaben bekommen haben, treffen wir uns in unserer eigenen Videokonferenz und erledigen die Aufgaben gemeinsam. Ab und zu sind wir schon früher fertig und machen dann immer eine kurze Verschnaufpause. Zu Hause arbeiten wir auch viel konzentrierter, da niemand anderer da ist, der einen ablenken könnte. Der einzige Nachteil am Homeschooling ist, dass man Fachpraxis nicht in der Werkstatt hat. Herr Simmel überlegt sich trotzdem immer lehrreiche und interessante Aufgaben als Ersatzunterricht. Zuhause hat man auch den Vorteil, dass man keine Maske tragen und nicht testen muss.
Schüler & Schülerinnen im Präsenzunterricht
von Lea Krieg, Celine Neudorfer, Simon Pernsteiner – Schülerinnen und Schüler Fachbereich Handel, Büro & Medienwerkstatt
In der Schule geht es nicht nur ums Lernen, sondern auch darum, dass wir unsere Freunde und Freundinnen sehen. Jeder Tag beginnt bei uns mit einem Antigen- bzw. PCR-Test – mittlerweile sind wir schon Testprofis. Danach begrüßen wir auch die, die zu Hause sind, in einer gemeinsamen Videokonferenz. Und dann geht der Unterricht los. Das Tolle in der PTS ist, dass die gestellten Aufgaben selbständig und im eigenen Tempo erledigt werden können. Unser Lieblingstag ist der Dienstag, da das unser Fachpraxistag ist. Natürlich sind wir an diesem Tag in der Medienwerkstatt und arbeiten gemeinsam an neuen Inhalten für unsere Social-Media-Accounts, dekorieren Schaufenster und arbeiten an unserem Produktkatalog für die Übungsfirma. Neben den vielen Praxisinhalten bekommen wir auch immer wieder Theorieinputs. Diese brauchen wir auch für unser Fachabschlussprojekt, das im Juni stattfinden wird. Wir sind der erste Jahrgang, der diese „kleine Lehrabschlussprüfung” durchführt und wir sind schon ein bisschen nervös. Generell wird man an der PTS Aigen-Schlägl wie ein Erwachsener behandelt und der Zusammenhalt wird großgeschrieben. Das merkt man zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen in unserem Sozialraum. Wir würden immer wieder in die PTS gehen.


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