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AIGEN-SCHLÄGL. Wer mehr über Selbstversorgung und Permakultur erfahren und lernen will, ist im Ausbildungszentrum Wilde Rose in Aigen-Schlägl richtig.

  1 / 3   Biobäuerin und „Wilde Rose“-Gründerin Roswitha Diaz Winter lebt im Einklang mit der Natur und gibt dieses Wissen weiter. (Foto: Christian Wagner)

Roswitha Diaz Winter hat in ihrem Biogartenhof Mühlland in Wurmbrand 2013 einen Gemeinschaftsgarten gegründet und suchte dabei nach energieschonenden Antworten auf viele Gartenfragen. In der Permakultur fand sie einen guten Ratgeber. Mittlerweile ist daraus das Ausbildungszentrum Wilde Rose entstanden – ein Ort, der Permakultur sichtbar und erlebbar macht. Roswithas Lieblingspflanze, die wilde Rose, wurde zur Namenspatin des Zentrums.

Die Biobäuerin merkt, dass die Selbstversorgung ein Thema ist, das für viele Menschen immer wichtiger ist. Ebenso der Wunsch, den eigenen Garten im Jahreskreis naturnah zu bewirtschaften. Das kann man im Ausbildungszentrum in Seminaren und Workshops lernen.

Biologisches Gleichgewicht

In der Wilden Rose wird ständig experimentiert – mit alten Sorten, mit alten Tierrassen, mit wilden Früchten und Kräutern, mit unterschiedlichsten Anbautechniken. Alles geschieht hier mit so wenig Maschineneinsatz wie möglich, mit viel Hand, Hirn und Herz. Es wird darauf geachtet, dass alles, was im System anfällt, anderswo wieder aktiv eingebracht werden kann. Dadurch schließen sich ständig Kreisläufe. „Wir verzichten bewusst auf das Gießen, wir düngen nicht und Fressfeinde zu bekämpfen, überlassen wir der Natur. Allerdings beobachten wir sehr genau, wir pflegen die Böden und arbeiten mit Pflanzengemeinschaften, die ein biologisches Gleichgewicht herstellen. Unsere Pflanzen ziehen wir aus eigenem Saatgut und unsere Tiere kommen in diesem System aktiv als Mithelfer zum Einsatz. Zum Schließen der langen Wachstumspause von September bis Anfang Mai ist Wintergärtnerei bei uns selbstverständlich“, erklärt Roswitha Diaz Winter.

Naturnahes Wissen

Das Seminarangebot orientiert sich an der international anerkannten Grundlagenausbildung der Permakultur. In knapp 40 Seminaren wird das naturnahe Wissen umfassend und praxisnah weiter gegeben. Die Teilnehmenden lernen, wie eine zeitgemäße Selbstversorgung im Jahreskreis gelingen kann, wie man sich selbst mit hochwertigen Nahrungsmitteln versorgt und gleichzeitig reduzierend auf den Energieoutput wirkt. Es gibt Tages-Einstiegsseminare in die Permakultur und Angebote für ganzjähriges permakulturelles Gärtnern, Planungsseminare für die eigenen Gartenflächen inklusive Waldgarten sowie die Anlage von Gemeinschaftsgärten. „Auch in meinem eigenen Leben ist die Permakultur das zentrale Gestaltungselement, daher ist alles, was wir den Teilnehmenden zeigen, erprobt, bewährt und vielfach überprüft“, betont die Gründerin der Wilden Rose.

Ausbildungsschwerpunkte sind neben der aktiven Landschaftsgestaltung auch die Bereiche Bauen und Wohnen, Bildung und Kultur, soziale Gemeinschaften und Nahrungsmittelkooperativen, Landwirtschaft, Gesundheit, Recht und Finanzen und andere. Daneben kann das Spinnen von Wolle, Färben mit Pflanzen oder das Herstellen von Bettwaren erlernt werden oder auch wie man naturnahe Reinigungsmittel oder Kosmetik herstellt. Zum Thema Selbstfürsorge werden ebenfalls Seminare angeboten und unter dem Motto „Wie kommt der Zwerg in die Natur“ gibt es zudem Angebote für Kinder. Für 2023 sind bereits Sommercamps für Kinder und Jugendliche in Planung.


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