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JULBACH. Ganz in der „Einschicht“ an der Grenze zu Deutschland entdeckt man dieser Tage ein echtes Paradies für Insekten aller Art. In der Ortschaft Leiten bei Julbach summt und brummt es wie kaum noch wo in unserer intensiv genutzten Landschaft. Franz Nigl hat die riesige Blühfläche für Bienen und Co. angelegt.

Gute Nachbarn und Freunde: Josef Krenn (l.) und Franz Nigl inmitten der Blühfläche (Foto: Hanner)
  1 / 2   Gute Nachbarn und Freunde: Josef Krenn (l.) und Franz Nigl inmitten der Blühfläche (Foto: Hanner)

„Mein Nachbar hat da was gemacht, des miassts eich anschaun! Sowas habt‘s nu nia gsegn“, informierte Imker und Grundnachbar Josef Krenn die Tips-Redaktion, weil er so begeistert von den Bemühungen seines Nachbarn Franz Nigl um die heimische Insektenwelt ist.

Und beim Lokalaugenschein in Julbach zeigte sich, dass Josef Krenn ganz und gar nicht übertrieben hat: Auf einem Hektar Fläche hat Franz Nigl sinnbildlich eine Oase mitten in der „Wüste“ geschaffen. Rund 40 verschiedene Nektarpflanzen bringen nicht nur Futter und Lebensraum für Insekten, sondern sind auch eine echte Augenweide für alle Naturbegeisterten.

Fruchtbare Nachbarschaft

„Soweit es mir möglich ist, schaue ich, dass die Natur profitiert“, erklärt Nigl sein Ansinnen. Der 60-Jährige, der beruflich in einem großen Industriebetrieb in der Region tätig ist, betreibt auch eine Kleinlandwirtschaft mit insgesamt fünf Hektar Grund und hat einen davon in eine riesige Insektenwiese verwandelt. Besonders naturverbunden sei er schon immer gewesen, die intensiv genutzte Landschaft rundherum sei aber seine Sache nicht, sagt er. Er sieht und hört es lieber summen und möchte damit auch seinen Nachbarn Josef Krenn unterstützen, dessen Bienen nun auf dem Grundstück gleich nebenan ein reichhaltiges Futterangebot vorfinden: „Wir profitieren ja gegenseitig voneinander. Der Franz baut die Blumen an und dafür kriegt er von mir dann wieder guten Honig“, freut sich Krenn, dem die gute Nachbarschaft – hin und wieder wird sie mit einem Glaserl kühlem Blonden gestärkt – besondere Freude macht.

Im Kleinen was tun

Und so sinnieren sie auch über die Situation der Landwirtschaft und die Zukunft der Bienen. Einig sind sie sich darin, dass es von der EU ein Umdenken braucht, um die heimische Insektenwelt zu schützen: „Es müsste direkt eine Pflicht für den Anbau von Blühflächen kommen“, sagt Nigl, „weil es wird so viel vom Arten- und Umweltschutz geredet, aber kaum etwas unternommen. Leider gehen die Leute heute auch blind durch die Natur und kennen die Zusammenhänge nicht mehr. Ich weiß, dass man selber im Großen eh nicht viel bewirken kann, aber im Kleinen vor der Haustüre sehr wohl. Vielleicht finden sich ja ein paar Nachahmer, die auch ein großes Herz für die Natur haben.“

Die Blumenwiese wird den Winter über stehen gelassen und dann gemulcht, die Wiese umgefräst und dann erneut eine Blühfläche angebaut. Im nächsten Jahr will Nigl übrigens sogar eine noch größere Fläche in Blumenwiesen umwandeln.


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