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BEZIRK ROHRBACH. Im Frauennetzwerk Rohrbach nimmt nicht nur generell die Zahl an Beratungen zu, sondern auch die Fälle, in denen häusliche Gewalt eine Rolle spielt.

Jutta Müller, Christine Steininger und Monika Öller (v.r.) vom Frauennetzwerk helfen Frauen und Mädchen in schwierigen Situationen weiter. (Foto: Gahleitner)

Zu den bevorstehenden 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen ruft das Frauennetzwerk Rohrbach einmal mehr dieses Thema ins Bewusstsein. „Wir hatten heuer bereits mehr als 1.100 Beratungen – in 126 davon ging es um häusliche Gewalt“, zeigt Frauennetzwerk-Leiterin Jutta Müller auf.

Tabu brechen

Sie freut sich über jede Betroffene, die den Weg in die Rohrbacher Beratungsstelle findet. „Gewalt in der Partnerschaft ist immer noch ein Tabuthema, Frauen sehen oft die Schuld bei sich und scheuen sich, Hilfe zu suchen. Die Konflikte und Übergriffe zu Hause schaukeln sich auf und dann kippt die Situation.“ Deshalb sei es umso wichtiger, sich rechtzeitig Hilfe und Tipps zu holen – auch, um den Weg zu sich selber wiederzufinden, sagt Müller. Und fügt hinzu: „Zwei Drittel der Opfer von Femiziden haben es nicht mehr in eine Frauenberatungsstelle oder ein Gewaltschutzzentrum geschafft. Die Suche nach Unterstützung war für sie nicht möglich. Das ist erschreckend.“

Kinder lernen von den Eltern

Die Beraterin sieht ein weiteres Problem auf die Gesellschaft zukommen: „Hochstrittige Familien werden mehr und in diesen wird Gewalt auch schon den Kindern vorgelebt. Wenn keine Hilfestellung aus dem Elternhaus kommt, entsteht Konfliktpotenzial.“

16 Tage gegen Gewalt

Die Zeit zwischen dem 25. November (dem internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden) und dem 10. Dezember (dem internationalen Tag der Menschenrechte) ist jedes Jahr dem Schwerpunkt Gewalt an Frauen gewidmet. Auch das Frauennetzwerk beteiligt sich mit einer Reihe an Veranstaltungen und Unterstützungsangeboten (siehe Infokasten).

Start für „Luisa ist da“

Gestartet wird mit dem Projekt „Luisa ist da“ am 25. November in der Burnsbar in Rohrbach-Berg. Daniela Froschauer ist die erste Gastronomin im Bezirk Rohrbach, die das Präventionsprojekt umsetzt. Dabei geht es um ein Hilfsangebot für Mädchen und Frauen, die sich beim Fortgehen sexuell belästigt oder bedroht fühlen und die mit der Frage nach Luisa Hilfe bekommen.

25. November, 20 Uhr, Burnsbar: Projektvorstellung „Luisa ist da“
29. November: Elternberatung mit Tanja Oberngruber, wie man die eigenen Kinder im Falle einer Scheidung bestmöglich unterstützen kann
5. Dezember: Onlineworkshop „Selbstschutz – wie sicher bin ich“ mit Markus Schimpl
6. Dezember: Vortrag zu „Trennung und Scheidung“ mit Maria Grabner
Mehr Infos: Frauennetzwerk Rohrbach, Tel. 07289 6655 
frauennetzwerk-rohrbach.org

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