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Erinnerung an zerstörte Dörfer und heimatvertriebene Sudetendeutsche bleibt lebendig

Martina Gahleitner, 12.12.2022 12:14

HASLACH. Gleich auf vier Jahre blickte die Rohrbacher Bezirksgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft bei der Jahreshauptversammlung zurück. Zudem gab es eine schöne Auszeichnung für Franz Bertlwieser.

Der neue Vorstand der Bezirksgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft (v.l.): Landesobmann Peter Ludwig, Konsulent Franz Bertlwieser, Obmann Fritz Bertlwieser, Kassier Rudi Igelsböck, Rechnungsprüferin Esther Brandl (nicht im Bild: Franz und Ilse Höppe) (Foto: Juliane Bertlwieser)

Landesobmann Peter Ludwig überreichte an Konsulent Franz Bertlwieser die Adalbert Stifter-Medaille. Diese wurde ihm für sein fast 50 Jahre währendes, unermüdliches Erforschen, Sammeln, Bewahren, Aufschreiben, Dokumentieren und Archivieren von Kulturgut aus dem Böhmerwald und dem Mühlviertler Grenzraum zugesprochen.

Neben dieser Würdigung stand ein Rückblick über die vergangenen vier Jahre im Mittelpunkt. Corona-bedingt entfielen die letzten Versammlungen und so hatte Obmann Fritz Bertlwieser einiges zu berichten: So fanden unter seiner Führung rund 30 Wander-Exkursionen im Grenzgebiet statt – hin zu verschwundenen Ortschaften knapp jenseits der Grenze, zum Schutthügel der gesprengten Pfarrkirche Deutsch Reichenau oder hinauf zur geretteten Wallfahrtskirche St.Thoma. Bei einer dieser Exkursionen nahm auch die Vertriebenensprecherin NAbg. Gudrun Kugler teil, der es ein Anliegen ist, dass die Vertreibungs-Thematik auch in den Schulbüchern verankert wird. Weiters wurden Deutsch Reichenauer Heimattreffen in der Patengemeinde St.Oswald ausgerichtet, sowie das Friedberger Heimattreffen in Haslach.

Zu Besuch in Schindlers Fabrik

Über Medienberichte und bei Vorträgen, etwa beim Sudetendeutschen Tag in Klosterneuburg, macht Fritz Bertlwieser regelmäßig auf das Thema aufmerksam. 2022 nahm der Obmann außerdem an einer Exkursion nach Brünlitz teil, wo jene Fabrik besucht wurde, in welcher der Sudetendeutsche Oskar Schindler 1.200 Juden beschäftigt und diese somit vor dem Tod im KZ Auschwitz bewahrt hatte. Im Oktober folgte noch die Jahrestagung der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste in München.

Gottesdienste in St. Thoma

Heuer konnten alle vier Gottesdienste in St. Thoma durchgeführt werden, wofür Fritz Bertlwieser dem Ehepaar Kamperschrör dankte. Dieses reiste jedes Mal aus München an, um in St. Thoma die Kirche zu pflegen und mit Blumen zu schmücken und auch Priester für die Messen zu organisieren. Künftig werden Heidi und Jürgen Pachner diesen Dienst bei einem Gottesdienst übernehmen.

Bei der anschließenden Neuwahl des Vorstandes wurde Obmann Fritz Bertlwieser ebenso wiedergewählt, wie die bisherigen Funktionäre.


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