Eiweiß aus dem eigenen Garten
ST. OSWALD/HASLACH. Wenn es um pflanzliche Eiweißquellen geht, haben Hülsenfrüchte, vor allem wenn sie aus der Region stammen, ganz klar die Nase vorn. Eva Haselgruber hält am Pressmayr-Hof in St. Oswald eine breite Vielfalt davon bereit.

Rund 70 verschiedene Bohnensorten, die allesamt im Mühlviertel erprobt wurden und von Sammlern aus der ganzen Welt stammen, finden Hobbygärtner bei der Familie Haselgruber. Dank Eva Haselgruber ist auch die persönliche Beratung inkludiert. „Bis Mitte oder Ende Mai ist die ideale Zeit, um die Bohnen zu säen“, verrät die Kennerin, die mehr Mühlviertler für diese Pflanze begeistern möchte. „Viele Sorten lassen sich schon als frische, grüne Bohnen genießen – bei uns als Fisolen beliebt. Wenn man aber diese Schoten an der Pflanze lässt und sie erst im rascheltrockenen Zustand erntet, erhält man lange haltbare, gesunde und in der Küche vielseitig verwendbare Bohnenkerne. Oftmals ist das Erstaunen groß, wie schön diese Bohnen sein können, wenn man sie aus den trockenen Hülsen befreit: rot-weiß gepunktet, schwarz wie Oliven, gestreift wie Wildschwein-Frischlinge oder mit feiner Monstranzzeichnung“, berichtet Haselgruber.
Bohnenpflanzen bringen also Abwechslung in den Gemüsegarten oder ins Hochbeet. Stangenbohnen eignen sich zudem als Sichtschutz – etwa für den Balkon in Tröge gesät.
Saatgut ist entscheidend
Wichtig ist die Auswahl von Saatgut, welches gut ans regionale Klima angepasst ist. „Bei uns im Mühlviertel ist die Vegetationsperiode kürzer als in südlicheren Landesteilen. Sollte doch schon im Oktober der erste Frost drohen, können die Bohnenschoten bereits halbreif geerntet und im Warmen nachgetrocknet werden“, sagt die aus Graz stammende Wahl-Mühlviertlerin. Ansonsten sei der Anbau von Bohnen sehr einfach und auch im Topf am Balkon machbar. Bei großem Schneckenvorkommen rät sie zum Vorziehen in Töpfen.
Forschungsprojekt
Am Pressmayr-Hof wachsen heuer auch sechs Bohnensorten, die für ein europäisches Bürger-Forschungsprojekt von Italien aus an tausende Gärtnerinnen und Gärtner in ganz Europa geschickt wurden. Diese dokumentieren über eine eigene App den Wuchsverlauf der Bohnenpflanzen und tragen somit zur wissenschaftlichen Erforschung von regional angepassten Sorten bei. Eva Haselgruber ist als eine von 41 Teilnehmern aus Österreich mit dabei.
Der Anbau von Bohnen hat in Österreich vor allem in der Steiermark und im Burgenland lange Tradition. Dort findet übrigens am 13. Mai der erste Internationale Tag der Bohne statt, bei dem es auch Saatgut vom Pressmayr zu kaufen gibt.


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