Männliche pädagogische Assistenz: Philipp ist Vorreiter und Vorbild
ROHRBACH-BERG. Eigentlich hat Philipp Thaller (22) einen handfesten Handwerksberuf erlernt: Installateur. Doch die Erfüllung brachte der für ihn nicht. Nun hat der Bursch seine Berufung in einem ganz anderen Umfeld entdeckt – er ist, wie man früher sagte, Kindergartenhelfer.

Nur eine Handvoll Männer gibt es überhaupt in der pädagogischen Assistenz, wie Kindergartenhelfer nun genannt werden. Von seinen Freunden und seiner Familie erhielt er für seine Entscheidung, nach dem Zivildienst beruflich umzusatteln, nur Unterstützung: „Ich war im Zivildienst im Krankenhaus beschäftigt. Damals hat mich eine Kollegin auf einen Kurs zur pädagogischen Assistenzkraft aufmerksam gemacht, den ich dann bei Proges absolviert habe. Das hat ein halbes Jahr gedauert. Ich war von knapp 30 Teilnehmern der einzige männliche“, erzählt Philipp Thaller. Im Kindergarten Kollerschlag und bei der Nachmittagsbetreuung in der Volksschule Kleinzell könnte man sich nun den ruhigen, sympathischen Philipp wohl nicht mehr wegdenken. Dort hat er jetzt seine berufliche Heimat gefunden.
Vielseitige Aufgaben
Doch warum gerade dieser Beruf? Seit Philipp denken kann, hat er sich gerne mit Kindern beschäftigt. Bei Familientreffen, so erinnert er sich, war er oft der Einzige von den älteren Kindern, der sich mit den Kleineren abgegeben hat: „Das hat mir immer getaugt und als ich mit meinen Eltern überlegt habe, wie ich mich neu orientieren könnte, war meine Freude beim Umgang mit Kindern auch ein Thema.“
Und so ist er in diesem Kindergartenjahr eben in Kollerschlag und Kleinzell gelandet, wo er sich schon jetzt gut aufgehoben fühlt. Dort unterstützt er das pädagogische Personal in allen Bereichen, in denen er benötigt wird, spielt und bastelt mit den Kleinen oder spielt mit den Nachmittagskindern Fußball. Dass das jetzt genau „seins“ ist, merkt man, wenn er mit einem Lächeln von der Arbeit erzählt: „Für mich fühlt es sich eigentlich gar nicht wie Arbeit an. Es macht mir einfach Spaß. Sicherlich gibt es auch da anstrengendere Tage, aber das geht auch wieder vorbei.“
Bezahlung & Rollenbild
Dass er gleich zwei Stellen angenommen hat, war eine Entscheidung finanzieller Natur – denn mit einem Brutto-Einstiegsgehalt von derzeit 2.327,60 Euro bei Vollzeit in diesem Beruf sind keine allzu großen Sprünge möglich. Darin sieht Philipp auch einen Grund, warum er so wenige männliche Kollegen hat.
Es liege andererseits aber auch am althergebrachten Rollenbild, in welchem ein Mann in einem Kinderbetreuungsberuf wenig Platz hat, ist er sich sicher. Für Philipp jedoch spielt das alles keine Rolle. Er hat sein Glück gefunden und in „seinem“ Kindergarten hofft er, so lange es geht bleiben zu dürfen.


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