Warum biologische Lebensmittel wichtig sind und wie man sie sich trotz Teuerung leisten kann
AIGEN-SCHLÄGL. Auf die Bedeutung der Landwirtschaft generell und im Speziellen auf die biologische Erzeugung wollen Astrid Schauer und Katrin Eckerstorfer, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Biokompetenzzentrum Schlägl, aufmerksam machen. Denn allzu oft zieht die Wertschätzung der Lebensmittel beim Einkauf im Supermarkt gegenüber dem Preis den Kürzeren.

Lebensmittel sollen hohe Ansprüche erfüllen, was Tierhaltung und Tierwohl, Nachhaltigkeit oder Ressourcenschonung angeht. „Gleichzeitig sollen sie aber möglichst billig sein – das passt nicht zusammen“, betonen die beiden Landwirtinnen und Mitarbeiterinnen im Biokompetenzzentrum (einem Gemeinschaftsprojekt der Bioschule Schlägl und des FiBL in Wien). „Der Konsument hat es mit jedem Einkauf in der Hand, wer den Produktionsauftrag bekommt und wie somit unsere Lebensmittel erzeugt werden. Das hat Auswirkungen auf die Qualität unserer Nahrung und somit auf unsere Gesundheit. Da sollte nicht der Preis ausschlaggebend sein. Du bist, was du isst“, sind Astrid Schauer und Katrin Eckerstorfer überzeugt.
Sparen ohne Verzicht
Biologisch erzeugte Lebensmittel mögen zwar auf den ersten Blick teuer erscheinen, „man kann es sich aber leisten, wenn man nur das kauft, was man wirklich braucht.“ Gemeint ist: Nicht auf vermeintliche Schnäppchen und Aktionspackungen reinfallen, bei denen dann der Großteil im Müll landet, sondern lieber bewusst einkaufen. Es darf auch mal eine überreife Gurke oder ein schrumpeliger Apfel sein: „Die inneren Werte zählen“, sagen die beiden und ergänzen: „Gesundes biologisches Essen hat mit Sicherheit keine negativen Auswirkungen auf Körper und Umwelt, wie etwa Lebensmittel, die mit chemisch-synthetischen Mitteln behandelt werden.“
Noch einen Denkanstoß möchten sie mitgeben: Eine gesunde Ernährung sei für den Körper nachhaltig besser als ein kurzer, teurer Urlaub, der zudem oft mit viel Stress verbunden ist. „Jeder hat sicher einen oder zwei Punkte, bei denen man ohne Verzicht einsparen kann. Dann wird bio leistbar.“
Schlechtes Image
Obwohl die Landwirtschaft eine unabhängige Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellt, hat diese oft ein schlechtes Image. Die Kuh beziehungsweise deren Fleisch stehen als Klimasünder ganz oben, Landwirte würden die Luft verpesten, ohnehin eine Menge Förderung kassieren. „Hier muss sich jeder bewusst machen, wie viel Arbeit hinter einem Liter Milch steckt, welche Ökodienstleistungen Landwirte erbringen oder was die ganzen Vorschriften und Auflagen für einen Betrieb überhaupt bedeuten. Es braucht ein besseres Miteinander zwischen Landwirt und Konsument, denn nur miteinander können wir unsere Lebensgrundlagen auf der Erde erhalten.“
In den nächsten Wochen werden Astrid Schauer und Katrin Eckerstorfer einige Aspekte der Bio-Landwirtschaft aufzeigen. Sie möchten damit einen Beitrag für ein besseres Verständnis leisten und dafür sorgen, dass Landwirtschaft und Lebensmittel jene Wertschätzung bekommen, die sie verdienen.


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