Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ROHRBACH-BERG. Die Herausforderungen, vor denen die Jägerschaft steht, und das neue Jagdgesetz waren Themen beim Bezirksjägertag am Samstag im Centro.

Die Jagdhornbläsergruppe Pfarrkirchen beim Bezirksjägertag (Foto: Gahleitner)
  1 / 20   Die Jagdhornbläsergruppe Pfarrkirchen beim Bezirksjägertag (Foto: Gahleitner)

Es war wieder ein „sehr erfolgreiches Jagdjahr“ auf das Bezirksjägermeister Martin Eisschiel vor versammelter Jägerschaft im voll besetzten Rohrbacher Centro zurückblicken und die Strecke legen konnte. Beim Rehwild, der stärksten Wildart im Bezirk, konnte mit gut 6.200 Stück der Abschussplan übererfüllt werden (104 Prozent); beim Rotwild gab es mit 148 Abschüssen einen neuen Rekord; beim Raubwild wurden 1.654 Stück erlegt; beim Schwarzwild 245 Stück. Hier nimmt der Bestand zu, berichtete der Bezirksjägermeister, eine artgerechte Bejagung sei notwendig. Sorgen bereiten ihm die Feldhasen: „Die Strecke ist gravierend eingebrochen“, nannte er 614 Abschüsse. Im Vorjahr waren es noch 1.105. Dazu kommen die vielen Tiere, die dem Straßenverkehr oder der Landwirtschaft zum Opfer fielen. „In einigen Revieren müssen wir uns überlegen, wie wir den Bestand der Hasen festigen können“, betonte Eisschiel.

Auch zum Wolf müsse er was sagen: „Wir Jäger spüren die Auswirkungen des Wolfes. Die zunehmende Population ist derzeit aber noch kein großes Problem.“ Vielmehr werde die Landwirtschaft und der Tourismus sein Vorhandensein spüren. Martin Eisschiel versprach: „Wir werden die Landwirte nicht alleine lassen und sie nach den gesetzlichen Vorgaben unterstützen.“

Naturnutzung nimmt zu

Besorgniserregend sieht er die massive Zunahme der Freizeitnutzung. „Wir wollen niemand vom Wald aussperren, aber die Einhaltung von Regeln und Grenzen ist notwendig. An diese müssen sich alle Naturnutzer halten. Der Wald ist in erster Linie Lebensraum für Wildtiere und deshalb müssen wir deren Rückzugsgebiete bewahren und verbessern.“

Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner ergänzte: „Die Lebensraumberechtigung der Wildtiere darf nicht in Frage gestellt werden. Es geht ums Harmonisieren und Aufklären, warum die Jagd notwendig ist.“ Diese spiele eine wesentliche Rolle beim Waldumbau und den Klimawandel spüre die Jägerschaft jeden Tag in der Natur. „Wir greifen nicht zu Aktivismus, sondern legen Hand an. Der Mehrwert für die Gesellschaft ist spürbar, wird leider nur nicht von allen wahrgenommen.“ Staatssekretärin Claudia Plakolm bestätigte: „In der Natur prallen viele unterschiedliche Interessen aufeinander und das gegenseitige Verständnis lässt zu wünschen übrig. Viele wissen nicht über den Wert der Jagd Bescheid – und diese schimpfen oft am lautesten. Jagd ist mehr als der Abschuss. Wenn es keine Jäger gebe, wäre nichts im Gleichgewicht.“

Ausgewogenes Landesjagdgesetz

So wie Eisschiel ist auch Sieghartsleitner gegen ein einheitliches Bundesjagdgesetz. Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander verdeutlichte im Hinblick auf das neue Landesjagdgesetz ebenfalls: „Wir gestalten die Richtlinien und Normen für Oberösterreich selbst. Es war ein Prozess, in den alle eingebunden waren. Dieser Dialog war klug und richtig. Das Einvernehmen zwischen Jägerschaft, Grundbesitzern, Land- und Forstwirten und auch Behörden ist die Grundvoraussetzung, dass der ländliche Raum funktioniert.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden