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BEZIRK ROHRBACH. Angesichts der warmen Temperaturen rund um Ostern ist der Borkenkäfer heuer besonders früh ausgeschwärmt. Mittlerweile hat sich die Lage aber normalisiert. Jetzt hängt es von der Juni-Witterung ab, ob eine Borkenkäfer-Plage droht.

Damit der Borkenkäfer nicht wieder zur Plage wird, brauchen die Wälder jetzt ausreichend Niederschlag. (Foto: Weihbold)

Land- und Forstwirte können sich vermutlich noch gut an die starken Käferjahre 2017 bis 2020 erinnern. Die Situation hat sich generell entspannt und auf Normalniveau eingependelt. Allerdings hat sich durch die starke Schneelage des vergangenen Winters und einige Stürme wieder viel Schadholz angesammelt. Dieses aus dem Wald zu bringen, ist derzeit vorrangige Aufgabe der Bauern. „Großteils ist das auch schon passiert“, weiß Sebastian Köppl vom Forsttechnischen Dienst der Rohrbacher Bezirkshauptmannschaft. Bis Ende Mai sollte das gesamte Schadholz aufgearbeitet sein. Denn dann schlüpfen die Jungkäfer.

Käferplage abgewendet

Nachdem der Borkenkäfer heuer um ein bis zwei Wochen früher ausgeschwärmt ist, hat die folgende Kältewelle die drohende Plage wieder eingebremst. „Es war über eineinhalb Wochen ziemlich kalt und auch frostig – der Käfer konnte sich somit nicht weiterentwickeln. Anfang Juni rechnen wir aber damit, dass die jungen Käfer schlüpfen“, berichtet der Förster.

Sterbendes Holz und somit bruttaugliches Material zieht den Borkenkäfer magisch an. „Der Käfer nimmt den Geruch wahr und fliegt dann über weite Strecken. Punktuell kann er also wieder Schäden verursachen. Aber unsere Waldbesitzer sind sensibilisiert und schauen auf ihren Wald. Kleinflächige Schäden werden meist schnell aufgearbeitet.“

Was die heimischen Wälder jetzt vor allem brauchen, ist ausreichend Niederschlag. „Die jungen Triebe brauchen viel Wasser, um Harz und damit Abwehrkräfte gegen den Borkenkäfer bilden zu können. Wir hoffen außerdem, dass es keine Sommer- oder Gewitterstürme gibt, damit kein zusätzliches Schadholz anfällt“, ergänzt Köppl. Zumal auch der Holzmarkt bereits gesättigt ist und die Nachfrage in der Holzindustrie sinkt.

Klimafitte Wälder

Bei der Wiederaufforstung sollte auf klimafitte Arten gesetzt werden, denn Temperaturrekorde und Trockenzeiten werden die Waldbesitzer künftig begleiten. „Wir raten zur Risikostreuung mit mindestens drei verschiedenen Baumarten“, sagt der Förster. Weißtanne, Douglasie, Lärche haben sich für die nächste Waldgeneration ebenso bewährt, wie bei den Laubbäumen die standortgerechte Eiche.

Douglasienwald bei Brauerei Hofstetten

Einer, der schon vor fast zehn Jahren auf die Douglasie gesetzt hat, ist Peter Krammer von der Brauerei Hofstetten. Bei einem Herkunftsversuch gemeinsam mit dem Forstdienst der BH Rohrbach haben Bioschüler 600 Douglasien-Pflanzen in drei verschiedenen Sorten gepflanzt. „Alle sind sehr problemlos und pflegeleicht und wachsen wunderbar. Für mich ist die Douglasie wirklich eine Alternative zur anfälligen Fichte“, bestätigt Peter Krammer.

Auch der Naturschutzbund Österreich weist anlässlich seines 111-jährige Bestehens auf die entscheidende Rolle von klimafitten Wäldern hin. Angesichts der aktuellen Herausforderungen seien naturnahe, artenreiche Wälder mehr denn je essenziell für die Natur.

Beim Borkenkäfer dauert der gesamte Zyklus von der Eiablage über das Larvenstadium und die Verpuppung bis zur nächsten fortpflanzungsfähigen Generation je nach Witterung nur zwischen sieben und zehn Wochen. Das ermöglicht pro Jahr zwei bis drei Generationen.

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