Neues Netzwerk bietet Schutz und Begleitung bei Gewalt im Alter
BEZIRK ROHRBACH. Gewalt hat viele Gesichter und passiert nicht immer bewusst oder in böser Absicht. Der Verein Pro Senectute Österreich setzt sich gezielt mit dem Thema Gewalt im Alter auseinander und engagiert sich nun auch im Bezirk Rohrbach dafür, dass Menschen in Würde und Sicherheit zu Hause alt werden können. Zu diesem Zweck wurde das Netzwerk Refugium gegründet.
Wenn es zu Hause schwierig wird, bietet das Netzwerk Refugium aufsuchende Hilfe und Unterstützung an. „Uns geht es einfach darum, die Situation zu entschärfen, ohne dass ältere Menschen gleich in ein Pflegeheim kommen. Denn nicht selten werden nur durch die dauerhafte Überforderung bei der häuslichen Pflege die Grenzen zur Gewalt überschritten“, weiß Linda Köstenberger.
Die in Hühnergeschrei lebende Fachsozialarbeiterin für Altenarbeit, die zusätzlich ein FH-Studium absolviert hat, ist Teil des dreiköpfigen Netzwerk-Teams. Dessen Ziel ist es, Gewalt aus der Grauzone zu holen.
Hinschauen und Hilfe suchen
„Das Wichtigste ist, nicht wegzuschauen und sich nicht zu scheuen, Hilfe zu suchen – sei es als Betroffener, der sich unsicher, bedrängt, bedroht, vernachlässigt oder verletzt fühlt; als pflegender Angehöriger, der überfordert ist; oder als Familienangehöriger oder Nachbar, wenn Verdachtsfälle vorliegen. Wir schauen uns die jeweilige Situation bei Hausbesuchen an und suchen gemeinsam Lösungen für angespannte Situationen“, beschreibt Köstenberger ihre Arbeit.
Ausweichwohnung steht zur Verfügung
Im Bedarfsfall steht für eine vorübergehende Unterbringung eine Kleinwohnung im Haus Wiederstein (Wohnen mit Service) in Kleinzell zur Verfügung, wo auch die benötigten Pflegeleistungen organisiert werden können. „Unser Hilfsangebot basiert natürlich auf Freiwilligkeit und wir richten uns ganz nach den Wünschen der Betroffenen“, betont sie.
Pilotprojekt für OÖ
Mit dem Netzwerk Refugium hat der Verein Pro Senectute Österreich ein Pilotprojekt in Oberösterreich gestartet. Der Bezirk Rohrbach wurde nicht zuletzt wegen der guten Infrastruktur im sozialen Bereich ausgewählt. Das Trio arbeitet eng mit der Bezirkshauptmannschaft, den Gemeinden und regionalen Hilfseinrichtungen zusammen. „Wir werden auch Freiwillige brauchen“, fügt Linda Köstenberger an.
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