Arcus will mit neuer lila Schleife für Demenz sensibilisieren
SARLEINSBACH/GRAMASTETTEN. Es ist nur ein kleines Stück lila Stoff am Oberarm. Doch dieser gibt Menschen, die an Demenz erkrankt sind, und deren Angehörigen große Sicherheit. Die neue Demenzschleife von Arcus will Demenz im Alltag sichtbar machen und zugleich Verständnis und Rücksichtnahme fördern.

Die mittlerweile beim Patentamt eingetragene Idee dazu hatte die Neustifterin Daniela Magauer, die sich für die Realisierung das Arcus Sozialnetzwerk ins Boot geholt hat. „Die lila Schleife am Oberarm soll darauf aufmerksam machen, dass hier ein Mensch eventuell orientierungslos ist und Hilfe braucht. Wir möchten damit einen verständnisvolleren Umgang und Rücksichtnahme fördern“, beschreibt Rita Schlagnitweit, Geschäftsführerin bei Arcus. Der zusätzliche Button enthält personalisierte Kontaktdaten, damit Angehörige direkt verständigt werden können. Integrierte Reflektorstreifen sorgen zudem für bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
Die Schleife will nicht nur für schnelle Hilfe sorgen, sondern auch Demenz im Alltag sichtbarer machen und dafür sensibilisieren. „Angesichts der Zahlen, die uns erwarten, müssen wir uns der Krankheit gegenüber offener verhalten“, ergänzt Schlagnitweit.
Produktion mit sozialem Mehrwert
Hergestellt wird die Demenzschleife von Menschen mit Behinderung: Das Verwerk-Team von Artegra näht die Schleifen aus elastischem Material mit Klettverschluss, die Kontaktbuttons entstehen in den Altenfeldner Werkstätten und hier erfolgt auch der Versand. Finanzielle Unterstützung für das Projekt gibt es über den regionalen Kleinprojektefonds von Leader.
Bedarf steigt
Demenzberaterin Gerlinde Arnreiter, Leiterin der mobilen Begleitung und Betreuung bei Arcus, weiß, dass Bedarf gegeben ist und dieser auch steigen wird. „Hauptrisikofaktor für Demenz ist das Alter. Außerdem sind ältere Menschen heute zunehmend einsam. Dabei wären der Kontakt mit anderen und eine soziale Aufgabe neben kognitivem Training die beste Demenzprophylaxe.“ Sie stand anfangs der Demenzschleife wegen einer möglichen Stigmatisierung etwas skeptisch gegenüber, ist aber mittlerweile davon überzeugt: „Wenn nur ein desorientierter, hilfloser Mensch dadurch empathischer und einfühlsamer angesprochen wird und er wieder sicher nach Hause gebracht werden kann, ist es das wert.“


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