Ameisbergwarte erzählt ihre 123-jährige Geschichte
ATZESBERG. 48° 33' 18“ N, 13° 50' 2“ O: Dieser Dokumentarfilm zeigt in 111 Minuten die 123-jährige Geschichte der Ameisbergwarte und erzählt von ihren Besuchern, Pächtern und Weggefährten. Am 29. August gibt es den Film unter freiem Himmel direkt vor dem geschichtsträchtigen Turm zu sehen.

Den Anstoß für das Filmprojekt von Carolin Thummes und Roman Tuschl gab die heute 98-jährige Erna Berndl: „Wir hatten die Warte 2021 übernommen und wollten den Turm wieder öffnen, als Frau Berndl anrief. Sie hatte ihre Kindheit auf der Warte verbracht und wollte noch ein letztes Mal auf den Turm steigen“, erinnert sich Thummes. Die neuen Besitzer durften das Ganze mitfilmen und starteten dann einen Aufruf, Erlebnisse und Erinnerungen rund um den besonderen Ort zu teilen.
Vom Bierkrug bis zum Tattoo
In den folgenden zwei Jahren meldeten sich viele Menschen mit Fotos, Bierkrügen, Souvenirs bis zum Tattoo der Ameisbergwarte auf dem Unterarm, und vielen Erzählungen, die von den beiden Filmemachern zu einem einzigartigen Zeitdokument zusammengefügt wurden. Zusätzlich recherchierten sie in Archiven, im Heimatmuseum und beim Stammtisch – „hier lernten wir auch den Mühlviertler Dialekt zu verstehen“, ergänzt Thummes. Für den Film wurde die Gaststube wieder eröffnet und die Auf- und Abgänge der Besucher aufgezeichnet. Es ist ein mystischer Ort, ein Sehnsuchtsort, ist die Warten-Besitzerin überzeugt: „Vom Turm aus, so hat es der Pfarrer vor 70 Jahren behauptet, sieht man bei klaren Wetterverhältnissen bis zur Frauenkirche in München.“ Jetzt hofft man auf eine sternenklare Nacht für die Filmvorführung am 29. August. Und auf viele Zuschauer, die gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Der Film beginnt bei Einbruch der Dunkelheit, der Spritzer-Stand und der Turm sind ab 20 Uhr geöffnet.


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