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Im Bezirk Rohrbach sind alle Kassenstellen besetzt, aber Ärzte fehlen trotzdem

Martina Gahleitner, 30.06.2026 06:27

BEZIRK ROHRBACH. Die Arbeiterkammer bescheinigt dem Bezirk Rohrbach eine „gute Versorgung“ mit Kassenärzten. Das kann Bezirksärztevertreter Werner Stütz zwar bestätigen, denn alle Kassenstellen sind bzw. werden demnächst besetzt. Dass diese allerdings generell zu wenig sind, steht auf einem anderen Blatt.

Die ärztliche Versorgung ist ausbaufähig. (Foto: Fabio Balbi - stock.adobe.com)
Die ärztliche Versorgung ist ausbaufähig. (Foto: Fabio Balbi - stock.adobe.com)

Laut der von der Arbeiterkammer OÖ in Auftrag gegeben Analyse der Gesundheitsversorgung gibt es im Bezirk Rohrbach 104,2 Kassen- und 46 Wahlärzte je 100.000 Einwohner. Umgerechnet auf die rund 58.000 Einwohner im Bezirk sind das 60 Kassenärzte und 26 Wahlärzte. Rohrbach sei gut mit Kassenärzten versorgt, gehöre jedoch zu jenen Bezirken mit den wenigsten Wahlärzten, so die Analyse. Soweit die Zahlen, die man allerdings relativieren müsse. „Was bedeutet eine gute Versorgung?“, fragt sich Stütz und verweist auf fehlende Fachärzte: „Wir haben keinen Kassenneurologen, ebenso brauchen wir dringend Fachärzte für Dermatologie, Urologie, Gynäkologie, Interne Medizin. Es müssen zusätzliche Kassenstellen geschaffen und diese auch besetzt werden. Dazu braucht es wiederum Anreize – finanziell ebenso wie durch weniger unternehmerisches Risiko, weniger Verpflichtungen und die Abschaffung der sinnlosen Leistungslimitierungen“, fordert der Facharzt für Endoskopie und Chirurgie in Rohrbach-Berg.

Primärversorgung 
neu aufstellen

Er sieht zudem vermehrt Arbeit auf den niedergelassenen Bereich zukommen: „Der RSG (Regionaler Strukturplan Gesundheit) sieht vor, dass Krankenhäuser Ambulanzleistungen auslagern, die von den niedergelassenen Ärzten übernommen werden müssen. Dabei sind wir jetzt schon mehr als ausgelastet“, spricht Werner Stütz für die Ärzteschaft. Für ihn gehört die gesamte Primärversorgung – also alles, was außerhalb des Krankenhauses passiert – ausgebaut und neu aufgestellt. Ein wichtiger Schritt wäre hier die Gleichstellung von Ärzten im klassischen niedergelassenen Bereich und jenen in Primärversorgungszentren. „Erstere haben finanziell und unternehmerisch einen Nachteil, der beseitigt gehört. Dann wäre eine Kassenstelle auch für junge Mediziner wieder interessant.“


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