Philipp Grill über KI: sie besser verstehen und ihre Chancen und Risiken abwägen
ROHRBACH-BERG. Schon seit 2014, lange bevor ChatGPT im normalen Alltag Einzug gehalten hat, beschäftigt sich Philipp Grill mit Künstlicher Intelligenz. Als selbständiger Unternehmensberater realisiert er Experimente mit unterschiedlichen KI-Modellen und Anwendungsfällen für seine Kunden. Für Tips zeigt er in einer Beitragsserie auf, wo und wie uns KI täglich begleitet und was uns die Zukunft bringen kann.

Innovation und Nachhaltigkeit, digitale Transformation und Organisationsentwicklung sind für Philipp Grill keine leeren Schlagwörter. Als selbständiger Berater hilft er Unternehmen dabei, ihre Strukturen nach den Prinzipien der Zukunft auszurichten. Zu seinen Kunden zählen Red Bull Salzburg, TGW Future Wings, Sparkasse Kitzbühel ebenso wie das Notariat Öller oder Jack the Ripperl. Branchenübergreifende Berufserfahrung sammelte der Rohrbach-Berger etwa bei Lunik2, Dynatrace oder zuletzt im Bildungsverlag Veritas.
Das Menschliche wird wichtiger denn je
Heute hilft er Betrieben, beweglicher und menschlicher zu werden, damit sie mit einer unsicheren Zukunft zurechtkommen. „Denn wer auf selbstständige, gut vernetzte Menschen setzt, nutzt KI klüger und wirtschaftet zugleich nachhaltiger. Ganz konkret nimmt die KI den Betrieben viel ab, von stumpfer Routine bis zu komplexen Analysen, und sie ist darin erstaunlich stark. Doch so mächtig sie ist, sie bleibt eine Maschine. Sie ahmt viele unserer Fähigkeiten nach, aber sie fühlt nicht, urteilt nicht und trägt keine Verantwortung. Genau das Menschliche wird dadurch wichtiger denn je“, sagt Grill (www.tealorist.at).Seine erste Keynote zum Thema hielt er 2018 im Rahmen der Veranstaltung „We are so connected“ der Creative Region Linz & Upper Austria im Ars Electronica Center. Er war zudem Co-Veranstalter der TEDx-Veranstaltungen in Haslach und Kollerschlag.
Beitragsserie startet
In den Tips werden in den kommenden Wochen und Monaten in unregelmäßigen Abständen Beiträge des regionalen KI-Experten zu lesen sein. Zum Auftakt zeigt Philipp Grill auf, dass diese in vielen alltäglichen Dingen steckt.
Wie wir alle täglich KI verwenden
von Gastautor Philipp Grill:
Erinnerst du dich an Clippy, die Büroklammer, die dich in Word fragte, ob du einen Brief schreiben willst? Dieses oft nervige Stück Software war schon eine kleine KI. Nur hat es damals keiner so genannt, dabei gibt es den Begriff Künstliche Intelligenz schon seit 1956. KI ist keine Neuheit, welche 2022 mit ChatGPT kam. Sie begleitet uns seit Jahrzehnten leise im Hintergrund und versteckt sich längst auch bei uns am Land oft dort, wo man sie nicht vermuten würde.Der Melkroboter im Stall erkennt mit KI jede Kuh, findet die Zitzen und meldet, wenn ein Tier krank wird. Über der Wiese sucht eine Drohne mit Hilfe von KI nach Rehkitzen, bevor der Mäher kommt. Im Garten stoppt der Mähroboter vor dem Igel, weil er dank KI das Tier erkennt. Das Hörgerät trennt mit Hilfe von KI die Sprache von Störgeräuschen. Den Brief sortiert die Post mit KI-Unterstützung fast vollautomatisch und auch bei der WM entscheidet die KI über Tor oder Abseits. Am Handy erst recht: Google Maps schätzt mit KI die Ankunftszeit, WhatsApp verwandelt die Sprachnachricht in Text und die Handykamera liefert immer öfter eine Berechnung statt einer Abbildung der Realität. Vom Spam-Filter über die Betrugserkennung von Banken und den vielen Assistenzsystemen im Auto ganz zu schweigen.Die KI nutzen wir also jeden Tag. Auch diese Zeilen sind mit ihr entstanden, sie hat zugearbeitet und ich habe entschieden. Der Einstieg ist kein Sprung ins Ungewisse, sondern der nächste Schritt auf einem Weg, den wir alle schon gehen. Nur eines dürfen wir dabei nicht verlernen: selbst zu denken. Wer KI-Ergebnisse einfach übernimmt, wird bequem. Wer sie nutzt und trotzdem prüft und hinterfragt, lernt dazu. Denn das Wichtigste nimmt sie uns nicht ab: das eigene Urteil.


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