Mühlviertler (27) berichtet über internationalen Katastrophen-Einsatz in der Ukraine
ST.PETER/WIMBERG/WALDING/UKRAINE. Der Weg von Michael Hinterleitner (27) aus St. Peter am Wimberg führte vom Zivildienst beim Roten Kreuz in Walding bis zum anspruchsvollen Auslandseinsatz in Kiew in der Ukraine. Anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August berichtet er über den fordernden Einsatz im Ausland.

Ein Kaffee in der Sonne, ein kurzes Gespräch über das Wetter – und plötzlich heult in Kiew die Sirene. Was in Österreich Ausnahmezustand bedeuten würde, gehört in der Ukraine zum Alltag. Im Februar erlebte Michael Hinterleitner aus St. Peter am Wimberg diese Situation selbst. Er war als Delegierter für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz vor Ort.
Hinterleitners Weg zu internationalen Rotkreuz-Einsätzen begann in Oberösterreich. Nach der Stellung entschied er sich für den Zivildienst an der Rotkreuz-Ortsstelle Walding. Danach engagierte er sich im Rettungsdienst und bei der freiwilligen Feuerwehr. Spezialausbildungen führten ihn schließlich zu seinem heutigen Beruf im Sicherheits-, Risiko- und Katastrophenschutz.
„Egal, ob bei der Feuerwehr, dem Roten Kreuz oder im Zivilschutz – es funktioniert nur miteinander“, bringt es Hinterleitner auf den Punkt. „Wenn man mit seinem Wissen einen spürbaren Mehrwert für die Bevölkerung bieten kann, ist das einfach eine tolle Sache.“
Spezialwissen für den Einsatz in der Ukraine
In der Ukraine war Hinterleitner Teil der Weapon Contamination Unit. Diese Einheit beschäftigt sich vor allem mit explosiven Kampfmitteln und Blindgängern.
Seine Aufgaben waren vielfältig. Er führte Risikoanalysen für potenziell gefährliche Industrieanlagen durch. Außerdem erarbeitete er Standardarbeitsanweisungen für technische Geräte und Schutzausrüstung. Mitarbeiter vor Ort wurden von ihm geschult – teilweise direkt in Bunkern und Schutzräumen.
Zusätzlich tauschte er sich mit lokalen Behörden aus. Ziel war es, Handlungsanweisungen für mögliche Ernstfälle zu verbessern. Er beschreibt seine besondere Rolle mit einem Augenzwinkern: „Ich bezeichne das gerne als den ‚Nerd unter den Nerds‘ der Delegation, weil es ein extrem spezifisches Fachthema ist.“
Für Hinterleitner steht nach seiner Rückkehr fest, dass weitere Einsätze folgen könnten: „Fundierte Vorbereitung und pragmatische Resilienz sind die besten Antworten auf Gefahren. Das war meine erste Auslandsmission für das IKRK (Anmerkung der Redaktion: Internationale Komitee vom Roten Kreuz) – aber bestimmt nicht meine letzte.“
Fachwissen aus Oberösterreich im internationalen Einsatz
Für das Oberösterreichische Rote Kreuz zeigen Einsätze wie jener von Michael Hinterleitner die Bedeutung einer fundierten Ausbildung und guter Vorbereitung.
„Humanitäre Hilfe ist weltweit gefordert wie selten zuvor. Sie erfordert nicht nur ein großes Herz, sondern in hochkomplexen Krisengebieten vor allem tiefes Fachwissen, einen kühlen Kopf und professionelle Vorbereitung. Menschen wie Michael Hinterleitner zeigen, dass das Wissen aus Oberösterreich international Leben schützt und die Resilienz stärkt“, betont Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz.








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