Mit Wolle, Häkelnadel und viel Kreativität: Daria lädt ein, in ihre Welt einzutauchen
ROHRBACH-BERG. Daria Maksymenko Leidenschaft ist das Häkeln. Sie ist fasziniert von den vielfältigen Möglichkeiten und unterschiedlichen Techniken, die dieses Handwerk bietet. Ihr Wissen möchte sie nun weitergeben und lädt deshalb zur ersten Häkelrunde im Treffpunkt mensch&arbeit.

Während sie in ihrer Kindheit in der Ukraine noch zu wenig Geduld fürs Häkeln aufbringen konnte und meist nur ein paar Reihen oder kleine Schmuckstücke schaffte, hat sich das vor allem nach dem Tod ihrer Mutter geändert. Daria begann, mit Wolle und Häkelnadeln zu experimentieren, und ließ sich auf Instagram von anderen Häklerinnen inspirieren. „Ich habe eine ganz neue kreative Welt entdeckt. Es gab eine große Gemeinschaft von Menschen, die ständig neue Ideen hatten und neue Dinge ausprobierten“, erzählt die Ukrainerin.
Vom Hobby zum Beruf
Aus der anfänglichen Neugier wurde bald mehr: Daria begann, Diagramme für Häklerinnen zu zeichnen – von der Ukraine, Russland über Frankreich bis nach Indonesien. Ihre Vorlagen entstanden für Deckchen, Teppiche, Kleidung, verschiedene Dekorationen. Gleichzeitig erstellte sie Video-Tutorials und zeigte dabei, wie man solche Diagramme zeichnet. „Irgendwann wurde aus meiner einfachen Neugier eine richtige tägliche Arbeit.“ Sie bekam Aufträge, professionelle Häkeldiagramme zu erstellen. „Bis heute habe ich an acht Büchern, mehreren Zeitschriften und auch Postkarten mitgearbeitet“, berichtet Daria.Häkel- und Strickdiagramme sind für sie „wie Noten in der Musik“. Sie funktionieren international und verbinden Menschen, die sich für Handarbeit begeistern. „Man kann eine andere Sprache nicht kennen und eine schriftliche Anleitung nicht verstehen. Aber wenn es ein Diagramm gibt, weiß man, wie man das Modell häkeln oder stricken kann.“
Neustart in Rohrbach
Vor zwei Jahren verließ Daria mit ihrem Mann die Krim und kam nach Rohrbach-Berg. Ihre bisherige Arbeit fiel damit fast vollständig weg. Dank der Hilfe von Alom und anderer Kontakte fand sie schließlich zum Altenfeldner Unternehmen Filati, wo sie heute Vollzeit arbeitet und unter anderem neue Designs entwickelt. „Dieser Arbeitsplatz inmitten von bunten Wollknäueln ist ein Traum für jede leidenschaftliche Strickerin oder Häklerin“, freut sich Daria.Mit der Häkelrunde will sie nun ihre Begeisterung weitergeben. Sie zeigt, wie vielfältig diese Technik und Materialien sind, erzählt von der Geschichte des Handwerks und davon, welche weltweite Entwicklung es bis heute erfahren hat. Und wie Häkeln über das klassische Handwerk hinausgeht und zu Kunst, einer Form des Selbstausdrucks und einem echten kreativen Werkzeug werden kann.
Kreative Begegnungen
Die Häkelrunde im Rahmen von KreAktiv passt ganz zum Anliegen von Betriebsseelsorgerin Judith Wein: „Der Treffpunkt mensch&arbeit will ein Raum der Begegnung sein und Gemeinschaft ermöglichen. Im Gespräch und im gemeinsamen Tun wollen wir Menschen zusammenbringen.“ Besonders wichtig ist ihr, Frauen zu stärken und ihnen Raum zu geben, ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen sichtbar zu machen. So sollen sie wiederum andere Frauen ermutigen, ihre eigenen Talente zu entdecken.








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