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Immer mehr Familien in der Coronakrise auf Unterstützung der Caritas angewiesen

Sevim Demir, 21.05.2021 06:25

BEZIRK ROHRBACH. Aus der Not heraus wandte sich eine vierköpfige Familie aus dem Bezirk an die Caritas-Sozialberatung in Rohrbach. Denn aufgrund von Jobverlust und Kurzarbeit, geriet die Familie in eine Notsituation.

Ilknur Düzler von der Caritas-Sozialberatung Rohrbach (Foto: Caritas)
Ilknur Düzler von der Caritas-Sozialberatung Rohrbach (Foto: Caritas)

Durch den Lockdown verlor Frau S. ihren Job im Gastgewerbe und war nun statt ihrem Lohn und Trinkgeld auf ein geringes Arbeitslosengeld angewiesen. Zeitgleich wurde ihr Mann auch in Kurzarbeit geschickt, was weitere Einkommenseinbußen bedeutete. Da aus Sicherheitsmaßnahmen und aufgrund neuer Dienstzeiten die Fahrgemeinschaften nicht mehr möglich waren, musste die Familie ein eigenes gebrauchtes Auto kaufen, damit der Familienvater seinen Job behalten konnte. „Das Leben, das die Familie bisher kannte, konnte so nicht mehr finanziert werden und dann war auch noch das Heizöl aus“, erzählt Ilknur Düzler von der Caritas-Sozialberatung Rohrbach. Die Gesamtsituation war für Frau S. so eine enorme psychische Belastung, dass sie längerfristig krankgeschrieben werden musste, was die Aussicht auf Arbeit erschwerte. Bei der Caritas-Sozialberatung in Rohrbach erhielt die Familie dann Unterstützung: Diese „erste Hilfe“ ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je und dank der Spenden möglich, um die bei der Haussammlung ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Pfarren im Bezirk Rohrbach bitten. Dieses Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute und sichert das Bestehen von Caritas-Einrichtungen 

Perspektive schaffen

„Wir haben die Familie in dieser schweren Zeit unterstützt, damit sich die Eltern und die Kinder mit dem Lebensnotwendigsten versorgen könnten. Gemeinsam haben wir versucht, eine Perspektive zu finden“, sagt die Caritas-Sozialarbeiterin. Mittlerweile konnte Herr S. seine Arbeit wieder Vollzeit aufnehmen und Frau S. wurde die Invaliditätspension befristet zuerkannt. Der finanzielle Druck der Familie minimierte sich dadurch, sodass die Familie nun endlich wieder durchatmen kann. Weil die großen finanziellen Sorgen wegfallen, geht es auch Frau S. langsam gesundheitlich wieder besser.

70 Erwachsene und Kinder im Bezirk unterstützt

„Insgesamt haben wir im letzten Jahr 26 Frauen, 15 Männer und 29 mitbetroffene Kinder im Bezirk Rohrbach unterstützt“, berichtet Caritas-Mitarbeiterin Ilknur Düzler. Im ersten Quartal hat die Sozialarbeiterin heuer schon 72 Gespräche geführt. Das ist ein Viertel mehr als im Vergleichszeitraum 2020. Ob jemand Anspruch auf die Caritas-Hilfe hat, wird anhand der Einkommens- und Ausgabensituation genau geprüft. Gemeinsam wird ein langfristiger Weg aus der Krise erarbeitet. Als „erste Hilfe“, um eine akute Notsituation zu überbrücken, geben die Caritas-Mitarbeiter Lebensmittel- und Bekleidungsgutscheine aus. Außerdem helfen die Mitarbeiter den Betroffenen, verschiedene sozialrechtliche Ansprüche geltend zu machen. Wenn erforderlich, werden auch Zuschüsse zu Heizung oder Strom gewährt.

Oberösterreichweit wurden im Jahr vor der Pandemie (2019) 10.981 Personen von der Caritas unterstützt. Im vergangenen Jahr waren es 12.204 Menschen, inklusive der im selben Haushalt lebenden mitunterstützten Familienmitglieder. Das sind 11 Prozent mehr armutsbetroffene Menschen, die auf die Hilfe der Caritas angewiesen waren.

Caritas-Sozialberatungsstelle Rohrbach

Terminvereinbarung unter Tel. 0676/877 623 16, jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat, von 9 bis 12 Uhr.


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