Zivilschutz gibt Tipps für einen sicheren Badespaß
BEZIRK ROHRBACH. Die heurige Sommersaison ist eine besondere Herausforderung für die Wasserrettung, in den vergangenen Wochen gab es bereits einige Badeunfälle. Weil vielen Menschen die Übung fehlt, raten OÖ Zivilschutz und die Wasserrettung heuer zu besonderer Vorsicht und machen auf die Gefahren am und im Wasser aufmerksam.

Durch die Sperre der Hallenbäder im Frühjahr fehlen Übung und Ausdauer, zudem sind viele Schwimmkurse Corona-bedingt ausgefallen. Schwimmanfänger und unsichere Schwimmer sollten deshalb besonders aufpassen. Gerade bei natürlichen Badeplätzen treten zahlreiche Gefahren auf, die in Freibädern keine Rolle spielen, weist Zivilschutz-Bezirksleiter Valentin Pühringer etwa auf kalte Wassertemperaturen, viel größere Distanzen oder Strömungen hin. „Besonders gefährlich ist ein Sprung in unbekanntes Gewässer, die Konsequenzen eines solchen können von Traumata über Lähmungserscheinungen bis hin zu Todesfällen aufgrund von gebrochenen Wirbeln reichen.“ Selbst Gewässer, die den Schwimmern vertraut sind, können sich im Laufe der Zeit ändern, warnt Pühringer: „Stellen, die immer tief genug waren, um schadlos einzutauchen, können durch angeschwemmte Wurzeln, Holz oder auch Kies seichter werden.“
Auf die Strömung achten
Schon bei der Auswahl des Badeplatzes an Fließgewässern sollte man darauf achten, ob Stellen mit geringer Strömung für Ein- und Ausstiege vorhanden sind. Unebener Grund, verminderte Sicht durch trübes Wasser und Strömung sind Ursachen für Stürze oder Umknicken. Bei Fließgewässern besteht auch die Gefahr, abgetrieben zu werden. Spätestens wenn das Wasser bis zur Mitte der Oberschenkel reicht, wird der Stand in einem fließenden Gewässer unsicher, auch wenn die Strömung gering ist. Abschnitte mit Hindernissen oder gar Strudeln im Wasser sollten vermieden werden, besonders Bäume können zu tödlichen Unfällen führen, wenn man sich in Ästen oder Aststümpfen verhängt.
Absolute Lebensgefahr besteht bei Wehranlagen – sowohl oberhalb, aber durch rückläufige Strömungen auch unterhalb des Wehrs. Bei einem Unfall bei starker Strömung sollte der Ersthelfer Rettungsversuche nur vom Land aus durch Reichen oder Werfen eines Gegenstandes unternehmen.
In Ufernähe bleiben
Ein Aufenthalt im Wasser in Ufernähe ist um einiges sicherer als in der Mitte. In gefährlichen Situationen, etwa bei Schwäche oder einem Krampf, kann man sich allein durch die kürzere Distanz viel leichter selbst retten. Ist man auf fremde Hilfe angewiesen, ist es schwer, auf sich aufmerksam zu machen. „Schreien und winken, wie in Film und Fernsehen sehr oft dargestellt, ist für Ertrinkende meistens nicht möglich“, weiß der Zivilschutz-Chef. Ein schwimmfähiges Hilfsmittel kann Leben retten, besonders wenn man allein im Wasser ist.
Vorher abkühlen
Das Abkühlen vor dem Schwimmen hilft, den Unterschied zwischen Luft- und Wassertemperatur zu verringern. Die Blutgefäße sind in der Wärme der Sonne weit geöffnet, durch die kalten Wassertemperaturen ziehen sie sich blitzschnell zusammen. Das kann eine kurzfristige Blutunterversorgung im Gehirn zur Folge haben und damit eine Kreislaufschwäche bis hin zum Kreislaufkollaps verursachen. Dem Betroffenen wird „schwarz vor den Augen“ – an Land meist keine große Sache, doch lebensgefährlich im Wasser.
Bädertour
Unter dem Motto „Badespaß – mit Sicherheit“ veranstaltet der OÖ Zivilschutz auch heuer wieder seine Bädertour in den Ferien. Dabei sollen Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern über die Gefahren im und am Wasser informiert werden, es gibt wertvolle Selbstschutztipps und ein Sicherheitsspiel.


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