Pandemie: Konflikte belasten das Familienleben
BEZIRK ROHRBACH. Die Corona-Pandemie belastet Familien auf vielfältige Weisen. Unterschiedliche Ansichten können zu Konflikten führen. Die Mitarbeiter von beziehungleben.at, der Abteilung Beziehung, Ehe und Familie der Diözese Linz, geben Tipps für einen achtsamen Umgang miteinander.

Menschen sind sehr unterschiedlich und reagieren verschieden auf Maßnahmen und Lösungsansätze zur Bewältigung der Pandemie. Die derzeitige polarisierende Debatte zwischen „geimpft“ und „ungeimpft“ zeigt die Spannungen, die daraus entstehen können.
In vielen Familien und auch im Freundeskreis sind Diskussionen und Streitigkeiten über den „richtigen“ Umgang mit der Pandemie und deren Maßnahmen an der Tagesordnung. Für den Umgang miteinander in der Pandemie rät:
- Über Ängste reden: Auch hinter Wut stecken meistens Ängste. Möglicherweise die, ohnmächtig zu sein, bevormundet zu werden oder die Sorge um wichtige Menschen.
- Unterschiede anerkennen: Ihre Lösungsversuche, wieder Kontrolle zu erlangen, sind andere als die Lösungsversuche Ihres Gegenübers: „Ich denke anders als du. Sachlich finden wir keinen gemeinsamen Nenner. Ich akzeptiere das. Du bist mir wichtig und ich bemühe mich, auszuhalten, dass wir in diesem Fall unterschiedlich sind.“
- Die innere Not sehen: Menschen halten den Zustand der Bedrohung schwer aus. Dadurch können sie in eine innere Not geraten. Nehmen Sie sich Zeit, Ihre eigene Verletzlichkeit wahrzunehmen. So können Sie besser auch die Not in Ihrem Gegenüber spüren und gemeinsam aushalten.
- Das Gespräch unterbrechen: Wenn Sie inhaltlich aneinandergeraten und nur mehr über „richtig“ oder „falsch“ diskutieren, stoppen Sie das Gespräch. Gestalten Sie jetzt bewusst Ihre Zeit mit etwas Erfreulichem, Sinnvollem, anstatt sich in Wortgefechten zu verstricken. So können Sie fühlen und erleben: Vieles in unserer Familie ist sehr gut, ein kleiner Teil ist ungelöst und schwierig. Diesen können wir annehmen.
- Verbundenheit über das Trennende stellen: Bestärken Sie sich selbst: „Wir sind eine Familie. Trotz unterschiedlicher Meinungen und Entscheidungen wollen wir miteinander verbunden bleiben. Wir achten und lieben einander, so wie wir sind. Wir wissen, dass es jeder von uns gut meint.“
Infos und Beratungsmöglichkeiten: www.beziehungleben.at


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