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Die Hardware für eine zukunftsfähige Ausbildung im Agrarbereich: Bioschule Schlägl hat Zubau eröffnet

Martina Gahleitner, 29.09.2017 12:35

AIGEN-SCHLÄGL. Die Zeiten, in denen im Turnsaal der Bioschule Feiern, Veranstaltungen oder die Biogespräche abgehalten wurden, sind vorbei: Heute wurde der Zubau feierlich eröffnet und damit „die Hardware für die bereits vorhandene Software“ geliefert, wie Direktor Johann Gaisberger meinte.

Foto: Gahleitner
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2,8 Millionen Euro wurden investiert, um in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen neuen Veranstaltungs-Saal mit neuem Eingangsbereich zu schaffen, es entstand ein Bio-Shop, in dem Produkte aus der Schule und von Partnerbetrieben angeboten werden, und vor allem wurden Praxisräume für die Milch-, Fleisch- und Getreideverarbeitung eingerichtet. „Diese befanden sich vorher im Keller und sind jetzt mehr in den Mittelpunkt gerückt“, erklärte Direktor Gaisberger beim Rundgang mit den vielen Eröffnungsgästen.

Holzbau ergänzt altes Schulgebäude

Wie es sich für eine Bioschule gehört, erfolgte der Zubau nach den Plänen des Haslacher Architekturbüros Arkade in Holzbauweise, isoliert wurde mit Hanf. Seit 2010 wird außerdem im Praxisunterricht der Bioschule Schlägl das Internat saniert. „Wir wollen Altes und Neues vereinen, damit wir weiterwachsen können“, informierte der Schulleiter. Denn das ist auch notwendig: Alle landwirtschaftichen Schulen in Oberösterreich finden großen Zustrom, „unverändert werden 3000 Schüler im agrarischen Bereich unterrichtet“, berichtete der zuständige Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP). „Solche Bautätigkeiten wie hier in Schlägl sorgen für Motivation bei Schülern und Lehrern, und damit auch für die notwendige Begeisterung“, ergänzte er.

„So schön und so nei“

Über die „so schöne und so neue Schule“ wusste das Lehrerteam auch ein Lied zu singen: „Dort wo die Baustell war, is jetzt ganz wunderbar“, brachten sie ihre Freude formiert als Chor zum Ausdruck.

Für die Schule ist es aber nur ein Zwischenergebnis: Denn bei der Landesgartenschau im Jahr 2019 wird die Bioschule ein wesentliches Zentrum sein. Dafür wird es noch einige Adaptierungen geben. „Unser Ziel ist es, bei den Schülern die Begeisterung für wesensgerechte Landwirtschaft zu wecken. Dafür sind die Lehrer entscheidend. Den Wissenschaft alleine kann nichts erreichen ohne Menschen, die das Herz der Schüler treffen“, fasste Johann Gaisberger zusammen.

Bio kann Welt ernähren

Auf die Bedeutung des Biolandbaus wies Ministerialrat Johannes Schima vom Landwirtschaftsministerium hin. Die Landwirtschaft hätte in vielen Bereichen Nachwuchssorgen - jedoch „bio ist attraktiv für die jungen Menschen“, zeigte er auf. Sowohl Bioflächen und Biobetriebe steigen in Österreich, 10 Prozent der Lebensmittelumsätze kommen aus dem Biobereich.

„Die Leute wollen bio essen. Das ist ungebrochen und kein Skandal kann die Euphorie bremsen“, bestätigte auch Urs Niggli vom Forschungsinstitut für Biolandbau in der Schweiz. Er machte mit seinem Fachvortrag den Auftakt für die Schlägler Biogespräche und sprach darüber, ob Biolandbau die Welt ernähren könnte. „Unsere gigantische Nachfrage nach Lebensmitteln müssen wir mit einer geringeren Belastung der Ökosysteme befriedigen. Biolandbau ist eine mögliche Antwort“, ist Niggli überzeugt. „Wenn wir den Fleischkonsum halbieren und die Verschwendung von Lebensmittel in den Griff kriegen, dann ist es realistisch.“ Für ihn ist „gesunde Ernährung gelebte Ökologie.“


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