Ein beharrlicher Erfinder, erfolgreicher Unternehmer und geselliger Mensch: Hermann Neuburger verstorben

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Hermann Neuburger war eine anerkannte, äußerst lebens- und menschenfreundliche Persönlichkeit in Ulrichsberg. Foto: privat
Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 20.11.2020 14:24 Uhr

ULRICHSBERG. Kurz vor seinem 95. Geburtstag ist Hermann Neuburger verstorben. Er legte mit seinem damaligen kulinarischen Geniestreich den Grundstein für das heutige Erfolgsunternehmen.

Hermann Neuburger war erst 23 Jahre alt, als er gegen allen Widerstand und auch gegen den Ratschlag seines Vaters begann, jenes Produkt zu erzeugen und zu verkaufen, zu dem man laut Werbung niemals Leberkäse sagen darf. Anstatt billigerer Fleischreste verwendete er Edelteile wie Schnitzelfleisch und der „Neuburger“ war erfunden. Der junge Fleischer erkannte früh die Zeichen der Zeit: Er löste die elterliche Landwirtschaft auf, verkleinerte das Gasthaus, baute die Fleischerei aus und gründete drei Filialen.

1986 übergab Hermann Neuburger seine Firma an Sohn Hermann und verfolgte daraufhin durchaus stolz die rasante Aufwärtsentwicklung der Firma - zuletzt auch dank der fleischlosen Linie „Hermann“.

Geselligkeit am Wirtshaustisch

In der Pension genoss er es, sich mit seinen Freunden am Stammtisch zu unterhalten. Überhaupt verbrachte er zeit seines Lebens so manche Stunde in einem Wirtshaus, worüber sich seine Frau Anna manchmal beklagte. Seine Antwort sei dann gewesen: „In Ulrichsberg gibt es sieben Wirte, die Woche hat sieben Tage. Wenn ich dort nicht auftrete, kaufen die Wirte meine Knacker nicht mehr.“ Hermann Neuburger setzte sich gerne zu den Leuten, „er war sehr gesellig und anerkannt und eine äußerst lebens- und menschenfreundliche Persönlichkeit im Ort“, erzählt Ulrichsbergs Bürgermeister Wilfried Kellermann.  

Sein Vorgänger, Altbürgermeister Josef Natschläger ergänzt: „Der Hermann hat sich auch zu den kleinen Leuten gesetzt und geschaut, dass es ihnen gut geht.“ Und noch etwas zeichnete Neuburger aus: „Man hat bei ihm nie ohne Erfolg angeklopft. Oft hat er sogar von sich aus ganze Arbeitspartien mit Essen versorgt, ich denke da auch an Bauprojekte der Pfarre, wo er sich großzügig beteiligt hat.“

70 glückliche Ehejahre

Der Tod seiner Frau Anna vor zwei Jahren war für Hermann Neuburger ein schwerer Schlag. Mit ihr war er 70 Jahre verheiratet, gemeinsam hatten sie vier Kinder, acht Enkel und ebenso viele Urenkel. Ihm machte darüber hinaus eine wachsende Taubheit sehr zu schaffen. Glück empfand er noch, wenn er von seinen Angehörigen besucht wurde und sie gemeinsam mit seiner Pflegerin Veronica bewirten konnte. Hermann Neuburger starb im 95. Lebensjahr.

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