Holzindustrie arbeitet auf Hochtouren, um große Nachfrage zu befriedigen
BEZIRK ROHRBACH. Enorme Preissteigerungen binnen kürzester Zeit bei Baumaterialien machen es für Häuslbauer und investierende Unternehmen derzeit nicht einfach. Auch die Holzindustrie im Bezirk Rohrbach fährt auf Hochtouren, um der großen Nachfrage nachzukommen.

Jahrelang dümpelte der Holzpreis in Österreich auf relativ niedrigem Niveau dahin. Doch diese Zeiten sind vorbei, wie Markus Pfoser vom Sägewerk Pfoser in Ulrichsberg erzählt: „Alleine das Rundholz ist seit Anfang Jänner um 36 Prozent teurer geworden. Grund dafür ist die hohe Nachfrage, einerseits aus dem Ausland, andererseits aber auch in Österreich. Viele Investitionen wurden nämlich entweder wegen Corona vom letzten Jahr auf heuer verschoben oder beispielsweise wegen der Investitionsprämie auf jetzt vorgezogen.“
Normalerweise ist das Sägewerks-Geschäft ein eher kurzfristig planbares. Das hat sich in jüngster Zeit aber verändert: „Bisher konnten wir ungefähr zwei Wochen nach vorne planen, jetzt liegen wir ungefähr bei sieben bis acht Wochen Lieferzeit und wir arbeiten sechs Tage in der Woche durch. Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas in den letzten zehn Jahren einmal gab“, so Pfoser und wagt eine Prognose: „Kurzfristig wird die Preissituation am Holzmarkt sicherlich noch kritischer. Mit einer Entspannung rechne ich – wenn überhaupt – frühestens im Herbst.“
Chance für Holzproduzenten
Von dieser Entwicklung profitieren naturgemäß die Waldbesitzer, wie der Obmann des bäuerlichen Waldbesitzerverbandes OÖ (BWV), Franz Kepplinger aus St. Martin, erzählt: „Die Preise sind in Bewegung, allerdings in Oberösterreich lange noch nicht so stark wie in anderen Regionen Österreichs. Gut ist, dass der starke Rückstau von Schadholz aufgrund von Sturm, Schneedruck und Käfer, der im Vorjahr auch im Bezirk Rohrbach herrschte, seit Herbst abgebaut ist.“
Sämtliches Holz werde aktuell rasch abtransportiert und könne damit auch einen attraktiven Preis erwirtschaften. „Diese Tatsache ist sicherlich eine große Chance für unsere Holzproduzenten – und wer weiß, wie lange das noch anhält. Auch wenn es momentan so aussieht, als würde die Entwicklung schon noch so weitergehen“, sagt Kepplinger. Gut schaut es momentan auch im Bezug auf den Borkenkäfer aus. Aufgrund des kühlen, feuchten Wetters ist der Schädling noch wenig aktiv und deshalb fällt zumindest bis zum Sommer auch kein Käfer-Schadholz an.
Turbulente Zeit für Baubranche
Auch die Baufirmen in der Region sind für heuer ausgebucht. Für die Branche ist es eine turbulente Zeit, wie Baumeister Josef Pfoser von der Ulrichsberger Baufirma Brüder Resch bestätigt: „Wir als Firma haben schon einige Preissteigerungen geschluckt, wenn es in erträglichem Maß ist. Das betrifft vor allem ältere Angebote, bei denen der Preis sonst nicht zu halten wäre. Bei neuen Angeboten ist es aber derzeit schwierig, eine Preisgarantie abzugeben.“ Holz, Stahl, Wärmedämmstoffe und teilweise auch Ziegel gehören aktuell zu den Baustoffen mit den höchsten Preissteigerungen.
Wer ein Angebot erstellen lässt, muss sich teilweise auf Tagespreise einstellen. Das bedeutet, dass das Angebot nur für diesen einen Tag gültig ist. Am nächsten Tag kann das Vorhaben schon empfindlich teurer sein. „Das ist aber eher die Ausnahme“, erklärt Pfoser.
Künstliche Verknappung
Neben der tatsächlichen Knappheit diverser Baumaterialien ortet er aber auch teilweise eine künstliche Verknappung durch die Lieferanten. „Zuerst heißt es, die gewünschte Menge könne nicht geliefert werden, dann geht es aber auf einmal doch, wenn man einen höheren Preis bezahlt. Manche nutzen die derzeitige Situation mit Sicherheit dafür aus, dass sie ihre Preise raufbringen“, vermutet der erfahrene Baumeister. Er ist aber zuversichtlich, dass sich die Lage in absehbarer Zeit wieder entspannt.


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