Granittaxi stellt vorläufig Fahrt ein – neues Konzept wird erarbeitet
REGION DONAU-AMEISBERG. Es wurde als die Mobilitätschance für den ländlichen Raum präsentiert – durchgesetzt hat sich die gut gemeinte Idee allerdings nicht: Die Rede ist vom Granittaxi, dessen Betrieb nach einem halben Jahr wieder eingestellt wurde. In erster Linie, weil die App-Lösung nicht funktioniert hat. Jetzt wird ein neues Konzept erarbeitet.

Mit 20. September hat das Mikro-ÖV-Projekt in den fünf Gemeinden Pfarrkirchen, Putzleinsdorf, Niederkappel, Hofkirchen und Lembach Fahrt aufgenommen. Ziel war es, damit eine Schnittstelle zwischen Individual- und öffentlichem Verkehr zu schaffen. Das Granittaxi ist aber nie so richtig in Schwung gekommen, bedauert WK-Bezirksobmann Andreas Höllinger, der gemeinsam mit Johannes Großruck, Geschäftsführer der Klima- und Energiemodellregion Donau-Böhmerwald das Granittaxi initiiert hat. „Das Angebot ist tatsächlich nicht angenommen worden, wobei die Hauptgründe dafür die technische Hürde durch die App und auch der als relativ hoch wahrgenommene Preis waren. Da sind die Leute dann doch lieber mit dem eigenen Auto gefahren“, informiert Höllinger.
Ausstiegsklausel von Anfang an vereinbart
Ohnehin sei für diese Testphase eine Ausstiegsklausel mit dem App-Anbieter vereinbart worden, „diese haben wir jetzt angewendet. Die überschaubaren Kosten betreffen übrigens die Gemeinden überhaupt nicht“, ergänzt Höllinger, „finanziert wurde die Initiative zum Großteil über einen Projekttopf der WK OÖ sowie einen Beitrag der KEM.“
Mikro ÖV kann schlechtes ÖV-Angebot nicht kompensieren
Auch wenn das Mikro-ÖV-Projekt mit der App nicht funktioniert, will man an der Idee selbst festhalten: Die Granittaxi-Arbeitsgruppe arbeitet deshalb an einer Konzeptänderung. Der WK-Obmann verrät vorab: „Es wird eher Richtung anlassbezogene Fahrten gehen und weniger zur regelmäßigen ÖV-Ergänzung. Wir haben aus dieser Testphase gelernt, dass dort, wo der öffentliche Verkehr generell schlecht ist, man diesen nicht mit Mikro ÖV-Angeboten kompensieren kann. Diese funktionieren nur, wo die Leute gewohnt sind, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Alle anderen kann man nur schwer umstimmen.“
Transparente Erklärungen
Für Martin Leibetseder, NEOS-Landesteammitglied aus dem Bezirk Rohrbach, der sich sechs Monate nach dem großen medialen Startschuss im Herbst 2021 über die Entwicklung des Projektes erkundigt hat, stellen sich dennoch ein paar Fragen zum Scheitern nach so kurzer Zeit: „Gerade weil das Projekt genau eine Woche vor den Landtagswahlen im Herbst präsentiert wurde, braucht es jetzt transparente Erklärungen und Antworten. Mit Blick auf die Bewohner und Bewohnerinnen der betroffenen fünf Gemeinden muss hier auch öffentlich begründet werden, auf welcher Basis das Projekt nach so kurzer Zeit an die Wand gefahren worden ist.“ Neben NEOS werden auch die UNOS, die Wirtschaftskammerfraktion der NEOS, der Sache nachgehen. „Es geht hier schließlich um die Projektverantwortlichen der WKO Rohrbach und der Energieregion Donau-Böhmerwald welche auch vom Land OÖ, Bund und den Kammermitgliedern finanziert werden“, ergänzt Martin Leibetseder, der sich gut überlegte und praktikable Lösungsansätze erwartet.


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