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BEZIRK Rohrbach/ST. MARTIN. Die regionale Versorgung mit erneuerbarer Energie und damit die grüne Energiewende soll mit Hilfe von Energiegemeinschaften vorangetrieben werden. Oberösterreichweit wurden schon zehn EEGs gestartet, auch im Bezirk sind Projekte in Planung.

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz macht seit 2021 Energiegemeinschaften möglich. (Foto: adrian_ilie825 / stock.adobe.com)

Privatpersonen, Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen können sich zu Erneuerbaren Energiegemeinschaften (EEG) zusammenschließen, um Energie aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, zu speichern, zu verbrauchen und zu verkaufen. Überschüssiger Solarstrom, der etwa auf dem Dach eines landwirtschaftlichen Betriebes oder auf Privathäusern erzeugt wird, wird nicht in das allgemeine Stromnetz eingespeist, sondern direkt an andere Mitglieder der EEG verkauft. „Energiegemeinschaften nützen die Anlagen des Netzbetreibers und sind auf den Nahebereich beschränkt, der im Stromnetz durch die Netzebenen definiert ist. Teilnehmer einer lokalen EEG hängen an einem Ortsnetztrafo, eine regionale EEG ist durch das gemeinsame Umspannwerk verbunden“, beschreibt Gerhard Dell, Landesenergiebeauftragter und Geschäftsführer des OÖ Energiesparverbandes, näher. Seit die gesetzlichen Grundlagen vor etwa einem Jahr beschlossen wurden, sind schon mehrere Hundert Projekte in Oberösterreich in Vorbereitung bzw. Diskussion. Etwa zehn EEGs wurden im Land schon gestartet. „Sehr oft sind Gemeinden die Initiatoren einer EEG oder es entstehen sogenannte Nachbarschafts-EEGs in einer Straße oder bei benachbarten Grundstücken. Aber auch Vereine und Unternehmen zeigen Interesse.“ Als Organisationsform wählen viele EEGs entweder den Verein oder eine Genossenschaft. „Die Gemeinnützigkeit steht im Vordergrund – auch wenn es durch die EEG kleine finanzielle Vorteile gibt“, betont Dell.

Pilotprojekt in der Region Neufelden

Die erste Erneuerbare Energiegenossenschaft in ihrem Einzugsgebiet möchte die Raiffeisenbank Region Neufelden auf die Beine stellen. Initiator Gerald Breuer erklärt: „Gemeinsam mit einem Partner, wahrscheinlich aus der öffentlichen Hand, möchten wir ein Pilotprojekt starten – quasi als Testbetrieb, um zu sehen, wie es im Detail funktioniert. Wenn das Konzept dann passt, möchten wir dieses einer breiteren Schicht zugänglich machen.“ Konkret liegen die Herausforderungen in der Festlegung des Preises für Verkäufer und Käufer in der Abrechnung und beim Ausgleich zwischen Stromerzeuger und Stromverbraucher. „Wichtig für eine effiziente Nutzung wäre eine Durchmischung bei den Mitgliedern – wir brauchen Privatpersonen ebenso wie Unternehmen, Lebensmittelmärkte, landwirtschaftliche Betriebe, Schulen oder Gemeinden“, informiert Breuer. Hauptteil einer EEG sind fast immer Photovoltaik-Anlagen. „Wir haben in der Region aber auch zwei Biogasanlagen und Kleinwasserkraftwerke, die sich beteiligen könnten. Alle tragen somit zu einer nachhaltigen dezentralen Energieversorgung bei und profitieren auch wirtschaftlich.“ Zusätzlich gibt es für Energiegemeinschaften einen reduzierten Netztarif, eine Befreiung von der Elektrizitätsabgabe und vom Ökostromförderbeitrag.

Notwendige Initiativen

Für die Raiffeisenbank Region Neufelden ist die Umsetzung bis Mitte 2023 realistisch. Vorstands-Direktor Franz Erlinger: „Überall, wo Pioniergeist erforderlich ist, gibt es Hürden. Wir sind auf den ersten Kilometern bei diesem Marathon aber gut trainiert und gut gecoacht. Solche Energiegemeinschaften, mit denen die Wertschöpfung in der Region bleibt, sind notwendig und passen gut zu unseren Nachhaltigkeitszielen. Wir handeln auch selber und erzeugen auf den Dächern unserer Bankstellen fast 130 kWP Solarstrom.“

Wer sich als Stromerzeuger oder Verbraucher an der Erneuerbaren Energiegenossenschaft beteiligen möchte, schreibt an zukunft@rbneufelden.at.
Mehr Infos zu EEGs gibt es unter www.energiesparverband.at/energie-gemeinschaftenwww.energiesparverband.at/energie-gemeinschaften

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