Mühlviertler Hopfen überzeugte auch heuer
NEUFELDEN. Auch, wenn das Erntejahr heuer etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, so dürfen sich die Hopfenbauern der Hopfenbaugenossenschaft Neufelden im internationalen Vergleich noch glücklich schätzen. Die jüngste Bonitierung, also die Bewertung des Hopfens hinsichtlich seiner Qualität, stellte dem Mühlviertler Produkt wieder ein gutes Zeugnis aus.

Nach einer schwungvollen Jugendentwicklung im Frühling aufgrund der schönen Witterung bremste die folgende Sommerhitze das Wachstum und der Hopfen ging in die ungeliebte Frühblüte, die sich negativ auf Ertrag und Qualität auswirkt. „Die Hitze war heuer das größte Problem für unsere Pflanzen resümierte Hopfenbaugenossenschafts-Obmann Stefan Hofer bei der Bonitierung in Neufelden, bei der unter anderem wieder zahlreiche Vertreter der verschiedensten Brauereien anwesend waren.
Nasse Erntezeit
Bei der späteren Ernte konnten sich die Bauern nur in der ersten Woche über gutes Wetter freuen. Danach waren die Regenmengen teilweise so groß, dass die Erntefahrzeuge auf den Äckern stecken blieben und die Ernte deswegen sogar aufgeschoben werden musste.
Entsprechend dieser Entwicklungen blieben sowohl Erntemenge als auch der Gehalt des wertvollen Alpha-Lupulins, das dem Hopfen seinen Geschmack verleiht und ein maßgebliches Qualitätskriterium darstellt, unter den Erwartungen. Mit 260 Tonnen konnten die Landwirte rund 15 Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt ernten. Und doch wurde dem 2022er-Hopfen bei der Bonitierung wieder Spitzenqualität bescheinigt: 97,9 Prozent der Proben erhielten die Bewertung „Klasse 1“.
Stressresistenz gefragt
Geschäftsführer Manuel Starlinger bereitete in seiner Ansprache die abnehmenden Brauereien darauf vor, dass sich aufgrund des bemerkbaren Klimawandels bei der Auswahl der Sorten etwas tun werde: „Wir müssen den Fokus auf stresstolerantere Sorten legen. Denn hinter uns liegt zwar ein schwieriges Jahr aber im internationalen Vergleich stehen wir trotzdem noch gut da. Die meisten Hopfenbaugebiete in Europa hatten heuer mit großer Trockenheit und auch starken Ernteausfällen zu kämpfen.“


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