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BEZIRK ROHRBACH. Es mutet noch immer ein bisschen exotisch an, wenn man von Weinbau im Bezirk Rohrbach spricht. Und doch haben sich in der Region eine Handvoll Menschen der Winzerei verschrieben. Christian Dikany aus Putzleinsdorf hat sich mit seiner Marke „Granitwein“ schon einen Namen gemacht.

 (Foto: Weinhof Dikany)
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Der Weinbaukataster weist für den Bezirk Rohrbach sechs Weinbaubetriebe mit einer Gesamtfläche von 2,5 Hektar aus. Diese Weinflächen liegen in den Gemeinden Sarleinsbach, Putzleinsdorf, Helfenberg und Niederwaldkirchen.

In Putzleinsdorf entsteht Christian Dikanys Granitwein. Seit 15 Jahren baut er auf einem halben Hektar vorrangig pilztolerante Rebsorten wie Solaris, Donauveltliner, Blütenmuskateller, Muscaris oder Regent an. Sein Fachwissen hat sich der hauptberufliche Informatiker bei zahlreichen Fortbildungsseminaren in der Weinbauschule in Krems und Klosterneuburg angeeignet, wo er auch die amtliche Kosterprüfung abgelegt hat.

Vielversprechender Jungwein

Das Weinjahr 2022 war, wie im Rest des Landes, auch bei ihm in Putzleinsdorf ein gutes: „Die Reben sind gut ins Frühjahr gestartet mit wechselnden kühlen und warmen Wetterphasen. Der Spätfrost Mitte Mai ist heuer zur Gänze ausgeblieben, sodass sich der Austrieb und das Wachstum der Reben gut entwickelt haben. Die Rebblüte ist trotz einiger Niederschläge gut verlaufen. Die extrem trockenen Monate Juli und August mit vielen Sonnenstunden führten teilweise zu Trockenstress für die Reben, sodass ich ernstlich über eine Bewässerung nachgedacht habe. Die Reife der Trauben war Ende August schon sehr gut fortgeschritten. Im darauffolgenden zu kühlen und niederschlagsreichen September war es eine große Herausforderung, den richtigen Lesezeitpunkt der Trauben festzulegen. Sie konnten dank meiner fleißigen Lesehelfer schlussendlich zügig in sehr guter Qualität geerntet werden.“ Die Verkostung des Jungweines war bereits vielversprechend, sodass Dikany mit einem sehr guten Jahrgang rechnet.

Für das Mühlviertel sieht er in Sachen Weinbau eine langsame, aber positive Entwicklung: „Im naturgemäß – noch – etwas kühleren Klima des Mühlviertels reduzieren sich die möglichen Weinbauflächen auf besondere Gunstlagen wie geschützte Südhänge oder spezifische kleinklimatische Wärmeinseln. Es gibt kein zusammenhängendes Weinbaugebiet. Der Wein aus dem Mühlviertel wird also sicherlich noch einige Zeit als Nischenprodukt dienen. Allerdings formiert sich eine neue Winzer Startup-Szene rund um das Mühlviertel mit starkem regionalem Bezug und Selbstbewusstsein, damit der Wein aus dem Mühlviertel eine Erfolgsgeschichte wird.“

Weinflächen wachsen

Der Weinbau ist in Oberösterreich bereits seit Jahren eine dynamisch wachsende Sparte innerhalb der Landwirtschaft. Lag die Weingartenfläche im Jahr 2000 in Oberösterreich noch bei knapp drei Hektar, wuchs die Rebfläche bis 2010 bereits auf über 20 Hektar an. Seither geht es sprunghaft nach oben und so sind aktuell im Land ob der Enns rund 80 Hektar Weingärten mit Reben bepflanzt, für weitere 20 Hektar wurden bereits Pflanzrechte beim Land OÖ beantragt, diese werden vermutlich schon in den nächsten Jahren weitere oberösterreichische Weintrauben liefern.

Mehr zum Weinhof Dikany: https://weinhof-dikany.at

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