Artegra zieht sich aus Stefansplatzerl zurück – Fortbestand ist aber gesichert
ST. STEFAN-AFIESL. Wenn mit Ende Juni 2023 der Pachtvertrag fürs Stefansplatzerl ausläuft, wird sich Artegra aus der wirtschaftlichen Verantwortlichkeit zurückziehen. Das Projekt an sich ist aber nicht gefährdet: Die Eigentümergenossenschaft wird das Stefansplatzerl weiterführen.

Die Gerüchteküche rund um das Stefansplatzerl brodelte in den vergangenen Wochen bereits gehörig. Dass es Veränderungen geben wird, bestätigt Karl Lehner als Obmann der Bürgergenossenschaft St. Stefan-Afiesl: „Wir werden künftig den Betrieb selbst übernehmen und in bewährter Weise fortführen. Alle Mitarbeiter haben von uns das Angebot erhalten, sie zu übernehmen. Keiner muss sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen“, sagt Lehner. Das gelte auch für die Beschäftigten mit Beeinträchtigung, die im Zuge einer Arbeitskräfteüberlassung auf Wunsch auch künftig im Stefansplatzerl beschäftigt bleiben können.
Für die Gäste selbst wird sich damit wenig ändern. Da und dort werde es die üblichen Weiterentwicklungs- und Optimierungsmaßnahmen geben, erklärt Lehner und stellt gleichzeitig auch klar, dass sich Genossenschaft und Artegra im Guten trennen: „Das Team war immer sehr engagiert und hat tolle Aufbauarbeit geleistet, vor allem wenn man bedenkt, dass das Begegnungszentrum mitten in der Pandemie eröffnet wurde und ein normaler Betrieb erst seit dem zweiten Quartal dieses Jahres überhaupt möglich ist. Darauf können wir nun weiterhin aufbauen.“
Verstärkter Fokus auf Arbeitskräfteüberlassung
„Es war uns allen wichtig, dass es nahtlos weitergeht, das Projekt an sich soll nicht gefährdet sein“, bestätigt Artegra-Geschäftsführer Franz Höglinger. Der Grund für die Umstrukturierung liegt darin begründet, dass man die Arbeitskräfteüberlassung ausbauen will. „Die Zielrichtung für Geschützte Arbeit, die wir im Auftrag des Landes OÖ leisten, verändert sich. Waren es früher eigene Betriebe, in denen Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigt waren, so geht es jetzt verstärkt hin zur Arbeitskräfteüberlassung in Fremdfirmen. Das haben wir bisher wenig im Auge gehabt“, erläutert Höglinger. „Wir wollen Inklusion, wie sie gedacht ist, schaffen: Beeinträchtigte Menschen sollen in normalen Betrieben mitarbeiten – das ist die Grundidee, hinter der wir stehen, und das ist auch wichtig für die Entwicklung unserer geschützten Mitarbeiter.“ Außerdem habe man festgestellt, dass die Konstruktion gemeinnütziger Betrieb in einem Wirtschaftsbereich wirtschaftlich nicht optimal ist – „wir fallen bei sämtlichen Förderungen durch“.
Artegra peilt eine Mischung an, ergänzt der Geschäftsführer: geschützte Arbeitsplätze, wie in der Wäscherei; Beschäftigung mit mehr Kundenkontakt, wie etwa in der Gärtnerei oder in den Nahversorger-Betrieben; Mitarbeit direkt im Betrieb (Arbeitskräfteüberlassung); bis hin zur Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt.
Verwerk übersiedelt
Noch eine Veränderung steht im Stefansplatzerl an: Die Kreativstube Verwerk mit aktuell zwei Fachkräften und vier geschützten Mitarbeitenden übersiedelt voraussichtlich in das Gebäude der Wäscherei nach Altenfelden. „Das Produktionsvolumen ist mittlerweile so groß, dass wir mit dem kleinen Bereich im Stefansplatzerl nicht mehr auskommen“, informiert Franz Höglinger.


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