Weniger Betriebe, mehr Beratungsstunden: Bezirksbauernkammer vor Ort wichtiger denn je
ROHRBACH-BERG. Auch wenn die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Bezirk Rohrbach seit einigen Jahren stetig zurückgeht, leisten die Mitarbeiter der Bezirksbauernkammer immer mehr Beratungsstunden. Das zeigt, wie wichtig der Standort vor Ort ist.

Gegen Ende des Jahres drohte aus Kosteneinsparungsgründen die Schließung der Rohrbacher Bezirksbauernkammer, die abgewendet werden konnte. Ende Februar wird es noch ein Gespräch geben, weil Veränderungen notwendig sind, berichtet Bezirksbauernkammer-Obmann Martin Mairhofer, aber „der Standort ist gesichert.“
Das Team rund um Dienststellenleiter Heribert Schlechtl hat im Vorjahr knapp 15.000 Leistungsstunden erbracht – beim Großteil ging es um Beratungs- und Förderungsleistungen. „Die landwirtschaftlichen Betriebe werden weniger – die Beratungen aber mehr. Das liegt an der zunehmenden Bürokratie und Komplexität“, sagt Mairhofer.
Sechs Kontakte mit jedem Betrieb
11.441 Kundenkontakte wurden im Vorjahr erfasst. Umgelegt auf die 1.823 Betriebe, die einen Mehrfachantrag für Ausgleichszahlungen gestellt haben, bedeutet das durchschnittlich drei persönliche und drei telefonische Kontakte mit jedem Betrieb. „Jeder Landwirt müsste also dreimal nach Linz fahren, wenn der Standort schließen würde“, ergänzt der BBK-Obmann. Mairhofer weiß außerdem, dass viele Landwirte auch aus anderen Bezirken nach Rohrbach kommen: „Alle unsere Berater haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund, sie wissen also, wovon sie reden. Das schätzen unsere Bäuerinnen und Bauern.“
Strukturdaten
Die 1.823 Landwirte im Bezirk bewirtschaften im Durchschnitt 21 Hektar – vor knapp 30 Jahren waren es noch zwölf Hektar. Die landwirtschaftliche Fläche hat sich in den vergangenen 20 Jahren um zehn Prozent auf rund 38.800 Hektar verringert. Im Bezirk dominiert die Rinderhaltung: 1.214 Betriebe halten insgesamt 66.400 Rinder bzw. 55 Rinder pro Betrieb. Die Milchliefermenge steigt seit 20 Jahren kontinuierlich an und lag 2022 (die Zahlen von 2023 liegen noch nicht vor) bei 164 Millionen Kilo. 5 Prozent der Milch in Österreich kommen aus dem Bezirk Rohrbach.


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