Echte Lösungen, statt nur fordern: Junge Leute machten Politik
ST. OSWALD/OÖ. Beim ersten oö. Jugendlandtag haben 61 junge Leute über verschiedenste Themen diskutiert, Anträge erarbeitet, diese bei der Plenarsitzung im Landtagssitzungssaal eingebracht und fünf davon mit Mehrheit angenommen. „Politische Entscheidungen sind selten so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheinen“, resümiert Jacob Haselgruber aus St. Oswald, der einer der Präsidenten beim Jugendlandtag war.

Die Teilnehmenden wurden per Zufallsprinzip aus ganz Oberösterreich ausgewählt, zwei davon (Jacob Haselgruber und Clemens Hofer) kamen aus dem Bezirk Rohrbach. Der 20-jährige Haselgruber, der Wirtschaftswissenschaften an der JKU Linz studiert, war einer der ältesten von ihnen und dank seiner Erfahrung in Rhetorik und Schulpolitik wurde der Absolvent des Rohrbacher Gymnasiums als einer der Jugendlandtags-Präsidenten aufgestellt. „Mir war dabei wichtig, dass Diskussionen über bloße Forderungen hinausgehen. Viele Anträge zielten darauf ab, einfach mehr Budget für bestimmte Themen zu fordern. Doch echte politische Arbeit bedeutet, Probleme an der Wurzel zu packen“, berichtet Haselgruber. Als Beispiel erzählt er vom Come Together mit Landtagsabgeordneten und Vertretern der Landesregierung: „Dabei haben wir über eine autofreie Linzer Innenstadt diskutiert. Anfangs klang die Idee großartig – bis wir merkten, welche Auswirkungen das für kleine Unternehmen hätte.“
Hier sieht er das Problem vieler politischer Debatten: „Sie kratzen oft nur an der Oberfläche. Doch Populismus – egal ob von rechts oder links – funktioniert nur, wenn man den Tiefgang von Problemen nicht erkennt.“ Deshalb seien auch solche Formate wie der Jugendlandtag so wichtig: „Um junge Menschen für Politik zu begeistern, ihnen kritisches Denken zu vermitteln und sie zu ermutigen, sich selbst einzubringen. Der Jugendlandtag gibt jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich direkt mit der Gestaltung ihres Landes zu befassen.“
Budget aufstocken ist zu wenig
Die Jugendabgeordneten haben in sechs Ausschüssen je zwei Anträge erarbeitet, je einer davon ging in den Jugendlandtag ein. Jacob Haselgruber war im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen aktiv. „Unser Anspruch war klar: Die Forderungen müssen logisch aufgebaut, messbar und umsetzbar sein. Gleichzeitig wollten wir keine einfachen Budgetaufstockungen vorschlagen, sondern nachhaltige Lösungen entwickeln.“
Kernthemen waren die gezielte Ausrichtung von Förderungen und der Einstieg in die Arbeitswelt, der vielen jungen Menschen eine Hürde bereitet. „Die Debatten waren herausfordernd, weil unterschiedliche Sichtweisen aufeinanderprallten. Etwa, als die eine Seite den Klimabonus streichen wollte, während die andere eine Erhöhung forderte. Viele hatten sich mit den eigentlichen Hintergründen kaum auseinandergesetzt“, berichtet der junge Mühlviertler. Nach lebhaften Debatten in der Plenarsitzung wurden fünf Anträge mit Stimmenmehrheit beschlossen. Diese gehen nun in die Fachausschüsse des oö. Landtags ein.


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