Wohnen im Alter neu gedacht: Wanderausstellung im Haus Wiederstein wird eröffnet
KLEINZELL. Das Wohnprojekt für ältere Menschen im Haus Wiederstein in Kleinzell hat seit dem Start vor einem Jahr bereits einige Preise eingeheimst, 27 Delegationen aus fast ganz Europa angelockt und wird nun zum Schauplatz für eine Ausstellung des Architekturforums OÖ. Diese thematisiert das Älterwerden im Kontext der gebauten Umwelt.

„Alt sein bedingt nicht zwingend einen Bedarf an Pflege und Betreuung. Heute stehen Unabhängigkeit und Sicherheit ganz oben auf der Agenda. Ältere Menschen wollen nicht an den Rand gedrängt werden, sondern mittendrin leben“, sagt Anton Hochenburger, Obmann des Vereins „Wohnen mit Service“ in Kleinzell. Das Projekt macht genau das möglich: Das ehemalige Wirtshaus im Zentrum von Kleinzell ist heute bedarfsgerechter Wohnraum für ältere Menschen mit begleitenden Service- und Unterstützungsangeboten. Kleinzells Bürgermeister Klaus Falkinger ergänzt, dass es ohne Ehrenamt nicht geht. „Dadurch ist die ältere Generation in das soziale Umfeld eingebettet und kann im eigenen Ort bleiben.“ Und das Wohnen wird leistbar.
27 Delegationen aus ganz Österreich sowie von Irland bis zur Türkei haben sich bereits ein Bild von diesem Erfolgskonzept gemacht.
Lebenswerte Räume schaffen
Die Aufnahme in die Ausstellung „Wie geht's Alter?“ des Oberösterreichischen Architekturforums (afo) ist eine weitere Auszeichnung für Gemeinde und Verein. Die Schau im Haus Wiederstein zeigt, wie lebenswerte Räume für alle Generationen entstehen können. Österreichweite und internationale Projekte werden präsentiert, die alternative Wohnformen und neue Wege des Zusammenlebens aufzeigen. Thematisiert wird außerdem, wie Gemeinden mit leerstehendem Altbestand umgehen können, informiert Uschi Reiter vom afo. „Die innovativen Konzepte gibt es auch als Kartensammlung zum Mitnehmen. Diese soll zum notwendigen Umdenken anstiften.“
Umdenken ist notwendig
Denn fest steht: Die demografische Entwicklung bringt das derzeitige Vorsorgesystem an seine Grenzen, neue Ideen und Lösungen sind notwendig. Zumal laut einer Studie der Caritas 2026 rund 700.000 Menschen in unserem Land häufig einsam sind, wie Bernhard Lang, Ortsgruppenleiter im Sozialsprengel Oberes Mühlviertel, betont. „Die Ausstellung zeigt, wie sehr soziale Isolation mit unserer Art zu leben und zu wohnen, wie wir es gewohnt sind, zusammenhängt und dass es konkrete Wege aus der Einsamkeit gibt. Das ist für uns Auftrag und Ermutigung zugleich.“


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