Zaglbaueralm: Braunstein früher bei Alm abgebaut
ROSENAU AM HENGSTPASS. Eine sehr geschichtsträchtige Alm ist die Zaglbaueralm im nördlichen Sengsengebirge im Nationalpark Kalkalpen.

Die Zaglbaueralm liegt in einer Höhenlage zwischen 800 und 1000 Metern und weist eine Weidefläche von 28,6 Hektar auf. Die Alm ist von Buchen- und Buchenmischwäldern umgeben, weist zwei Quellen auf und wird vom Sulzgrabenbach durchflossen. Drei servitutsberechtigte Bauern treiben um die 30 Stück Rinder auf, die durch regelmäßige Almbesuche beaufsichtigt werden.
Verfallenes Almgebäude
Auf der Alm, die durch einen Forstweg erschlossen ist, findet man ein verfallenes Almgebäude und zwei mächtige Linden. Sie zeugen noch vom ehemaligen Leben auf der Alm. Wie früher üblich, war auch die Zaglbaueralm ganzjährig bewohnt. Altförster Emmerich Klausriegler weiß, dass einer der Halter im Winter auf der Alm verstorben sei und dieser erst im Frühjahr begraben worden sein soll.
Langjährige Geschichte
In den Archiven findet man die Alm unter dem Namen Glöckl.alm oder Alm am Pranzlboden. Sie dürfte einmal einem Roßleith-ner Bauern gehört haben, wo der Name „Glöckl“ als Hofname vorkommt. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Glöcklalm in Zusammenhang mit einem Braunsteinvorkommen 1648, also jenem Jahr, in dem auch der „Dreißigjährige Krieg“ mit dem Westfälischen Frieden endete.
Mangan- und Braunsteinabbau
Etwa 200 Höhenmeter oberhalb der Zaglbaueralm, im Mieskar, wurden sowohl im Tag- als auch Stollenabbau bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mit wechselhaftem Ertrag Mangan und Braunstein abgebaut. Das händisch geförderte Erz, das man in der Stahlproduktion benötigte, wurde in Säcken entweder auf Ziehschlitten oder Karrenwagen über die Alm hinunter zur Krummen Steyrling befördert, wo es gewaschen und gebrochen wurde.
1830 kam die Alm in den Besitz vom Oberzaglbauer in der Ramsau in Molln. 1880 wurde die Zaglbaueralm vom Grafen Lamberg gekauft, der seine Besitzungen schließlich dem deutschen Reich vermachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Alm in das Eigentum der Österreichischen Bundesforste über.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden