Rumplmayrreith: Alte Handschriften über das Almleben
ROSENAU. Das Rumplmayrreith wird von Windischgarsten kommend über den Güterweg „Krestenberg“ erreicht. Das Reith liegt nördlich vom Nationalpark Parkplatz „Haslersgatter“ (1.154 Meter), abfallend in Richtung Steyrsteg auf einer Höhe von 1.100 bis 1.240 Meter in Rosenau.

Die vom Wald eingeschlossene Alm wird 1451 erstmals urkundlich erwähnt als der Pfleger von Steyr, ein Amtsträger mit Verwaltungs- und Gerichtsaufgaben, bestätigt, dass dieses Neureit dem Windischgarstner Wirt Georg gehöre. 1554 wurde das Reith vom Rumplmayr erworben und es blieb seit dieser Zeit beim zwölf Kilometer entfernten Bauernhof Rumplmayr in Roßleithen.
Interessant sind Handschriften um 1850 mit einer festgehaltenen Zeugenaussage einer Maria Stummer, einer Tochter des Lorenz Eckhard, dem damaligen Besitzer des Rumplmayrgutes zu Rading. Im Zuge einer Auseinandersetzung über Rechte, Ansprüche und Nutzung des Reiths mit der Grundherrschaft Lamberg gibt sie mit ihrer vergebührten und bezeugten Aussage einen tiefen Einblick in das damalige bäuerliche Wirtschaften und Almleben.
Weideflächen auf der Alm
Heute wird die Rumplmayrreith, die nicht im Nationalpark Kalkalpen liegt, von Hubert und Elisabeth Wieser bewirtschaftet. Zum Reith gehören 83 Hektar Privateigentum und 26 Hektar Servitutsweide. Zusätzlich wird von der Familie Wieser die höher und im Nationalpark gelegene Mayralm von den Österreichischen Bundesforsten gepachtet. Auf diesen Flächen werden 50 Jungrinder und Ochsen geweidet.
Wanderweg als Übergang von Windischgarsten nach Molln
Eindrucksvoll und bunt präsentiert sich das Rumplmayrreith im Frühling, wenn sich auf den Almflächen die Frühlingsalpenflora mit Trollblumen, Kohlröserl oder Wollgras entfaltet. Ein markierter Wanderweg, der schon jahrhundertelang als Übergang von Windischgarsten nach Molln genutzt wurde, führt durch das Rumplmayrreith zum Steyrsteg und von dort über den Bodinggraben nach Molln. Vom Rumplmayrreith kann man über Steyrsteg und die Weingartalm auch auf den Größtenberg im Hintergebirge gelangen.


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