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ROSENAU AM HENGSTPASS/ROSSLEITHEN. Der Nationalpark Kalkalpen führte eine vogelkundliche Expedition durch und stellte fest, dass es den Felsenschwalben im Nationalpark Kalkalpen nicht gut geht.

Norbert Pühringer hält Ausschau nach den Felsenschwalben. Foto: Sieghartsleitner
  1 / 2   Norbert Pühringer hält Ausschau nach den Felsenschwalben. Foto: Sieghartsleitner

„In Österreich kommen fünf Schwalbenarten vor. Bekannt sind vor allem die Mehl- und Rauschwalben. Gerne legen sie in Stallgebäuden und an Hauswänden ihre Nester an, wo sie dann brüten. Sehr viel seltener kann man Uferschwalben beobachten, denn diese brauchen senkrechte, sandige Steilufer an Flüssen, in die sie Brutröhren graben und in Kolonien leben. Auch die Rötelschwalbe kommt äußerst selten und nur sehr punktuell in Österreich vor. Die Felsenschwalbe, die bevorzugt im Mittelmeerraum lebt und sehr wärmeliebend ist, kommt überhaupt erst seit 1989 in Oberösterreich vor“, so begrüßte Vogelkundler und Nationalpark Ranger Norbert Pühringer die Teilnehmer der Felsenschwalben-Expedition im Nationalpark Kalkalpen.

Felsenschwalben-Expedition

Mit Ferngläsern und Spektiven wurden mehrere felsige Standorte am Südrand des Nationalpark Kalkalpen, darunter das Veichltal in der Nationalpark Gemeinde Roßleithen und die Kampermauern in der Nationalpark Gemeinde Rosenau am Hengstpaß, aufgesucht, um zu eruieren, ob es noch einen Bestand an Felsenschwalben gibt.

Kein Lebenszeichen im Veichltal

Im Veichltal konnten zwar Mäusebussarde, ein Wespenbussard und mehrere Turmfalken erkannt werden, aber von den hier ebenso schon gesichteten Felsenschwalben gab es kein Lebenszeichen.#

Unverkennbarer graziler, wendiger Flug

Auch im Bereich der Kampermauern schien die Expedition zunächst keinen Erfolg zu bringen. Erst im südöstlichsten Bereich konnte ein Vorkommen der Fels bewohnenden Schwalbe wahrgenommen werden. Ihr graziler, wendiger Flug mit spontanen Manövern war unverkennbar.

Zwei Brutpaare im bereich der Kampermauern

Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um zwei Brutpaare handelt, die ihre Nester sehr geschützt unter einem überhängenden Fels gebaut haben. Leider führen Kletterrouten direkt an den Brutnestern vorbei und längere Störungen können schnell zum Brutausfall der selten Schwalbenart führen.

Ungünstige Kletterrouten

„Felsenschwalben können zwar zweimal brüten, doch angesichts des dramatisch geringen Bestandes braucht es hier ein Fairplay zwischen Kletterern und Felsenschwalben. Einige wenige Kletterrouten sollten daher jährlich bis Mitte Juli verlässlich nicht begangen werden. Nur so kann dieser kleine Bestand an Felsenschwalben vor dem Verschwinden gerettet werden“, attestierte Vogelkundler Pühringer sofortigen Handlungsbedarf.

Bestand an Schwalben in Österreich rückläufig

Im Rahmen der Expedition erfuhren die Teilnehmer außerdem, dass der gesamte Bestand an Schwalben in Österreich rückläufig ist. Verantwortlich dafür sind mehrere Umstände: Zum einen verringerte sich die Biomasse an Insekten in Österreich innerhalb von vier Jahrzehnten auf nur mehr ein Drittel. Mit dieser Verringerung des Nahrungsangebotes geht auch der Bestand an darauf spezialisierten Vögel zurück.

Den Schwalben geht es schlecht

Schwalben verbringen nur einen Teil ihres Lebens bei uns. Sie kehren ab April aus ihrem Winterlebensraum südlich der Sahara zurück. Dort breitet sich die Wüste immer weiter aus und zusätzlich verändern sich dort auch die Winterlebensräume der Zugvögel zum Schlechteren. Den Mehl- und Rauchschwalben fehlt es bei uns zunehmend auch an Baumaterial für ihre Nester. Den früher überall üblichen Lehmpfützen sind häufig versiegelte Flächen gewichen. Zu allem Überdruss werden an den Nordküsten Afrikas die vom Flug über das Mittelmeer ermatteten Zugvögel in riesigen Netzanlagen gefangen und als teure Delikatesse Touristen in Hotelanlagen angeboten.


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