„Leben auf Messers Schneide“: ein Jungautor erweckt einen Meisterdieb zum Leben
VOITSCHLAG. Mit 29 Jahren bringt Arnold Hiess sein erstes Werk auf den Buchmarkt. Ein Historiendrama rund um den Meisterdieb von Paris, Cartouche. Tips verlost zwei druckfrische Exemplare und hat den jungen Autor zum Interview gebeten.

Geboren in dem 110-Einwohnerdörfchen Voitschlag (Gemeinde Sallingberg), ist der 29-jährige Arnold-Gerhard Hiess schon seit jeher fasziniert von Büchern und Sprache. Zuhause arbeitet er auf der Landwirtschaft seiner Eltern mit, um später einmal die Familientradition fortzuführen und den Hof zu übernehmen.
Neben dem Lesen bezeichnet er den Sport, vor allem Fußball, als sein großes Hobby. „Das Schreiben ist allerdings mittlerweile mein absolutes Lebenselixier geworden – und somit werde ich auch zukünftig sehr viel Zeit mit dem Verfassen von Büchern verbringen. Als Autor ist man aber auch durchaus nicht abgeneigt, sich die Welt anzusehen, und deshalb spielt dieser Punkt ebenfalls eine Rolle – schon alleine deswegen, um seinen Horizont für die Zukunft auch stetig zu erweitern und neue Ideen für Bücher zu kreieren“, meint Hiess.
Tips:Wann haben Sie das Schreiben für sich entdeckt?
Hiess: Eigentlich haben mich Bücher, Sprachen und das Schreiben bereits seit Kindertagen begleitet. In der Volksschule gewann ich zahlreiche Lesewettbewerbe, schon in meiner Jugend las ich unzählige Bücher verschiedenster Genre und Autoren. Und somit ist bei mir schon frühzeitig der Wunsch gereift, selbst einmal zu verfassen. Das Schreiben macht mir seit jeher eine Menge Spaß, weil man damit auch etwas vom hektischen Alltag abtauchen und immer wieder auch in seine eigene Fantasie eintauchen kann.
Tips:Was war die Inspiration für dieses Thema rund um einen Meisterdieb?
Hiess: Mir gefällt die Stadt Paris und die Geschichte Frankreichs. Mit Cartouche, über den ich 2014 erstmals in einem Artikel gelesen habe, konnte ich dieses Setting in die Tat umsetzen. Zudem bin ich historisch sehr interessiert und habe mir viel Wissen rund um die Epoche selbst angeeignet. Außerdem habe ich ein Faible für Spannungsliteratur, und mit Louis-Dominique Bourguignon – so war sein bürgerlicher Name – war eine spannend erzählte Geschichte mit historischem Hintergrund am besten zu schreiben. Aber auch eine große Liebesgeschichte und viel Dramatik sollten nicht zu kurz kommen – ich bin der Meinung, dass ich meine anfänglichen Ideen für mich zufriedenstellend zu Papier gebracht habe.
Tips: Bitte beschreiben Sie kurz Ihren Hauptakteur, Cartouche.
Hiess: Cartouche war ein außergewöhnlicher Mensch und ist bis heute ein fast unbeschriebenes Blatt. Dennoch kann ich einiges über diesen Mann berichten: Er war ein typischer Lausbub, der schon im Kindesalter alle veralbert hat. Später hielt er mit seinen gewitzten Raubzügen die gesamte Grand Nation in Atem; für die damaligen Obrigkeiten war er einfach nicht zu fassen. Er war eine Art französischer Robin Hood, der den Massen mit seinen Coups Angst einjagte, sie aber zugleich köstlich amüsierte. In meinem Buch ist Cartouche allerdings nicht nur ein Meisterdieb, der mit seiner Beute auch Gutes tut – nein – er entwickelt sich fast zu einem Philosophen, denn für mich war diese Persönlichkeit einfach außergewöhnlich – er hatte Charme, Witz, Esprit, war hochintelligent und wurde im Buch von der geheimnisvollen Madame Clarot ausgebildet. Sein Herz gehört in „Leben auf Messers Schneide“ übrigens Elá – einer atemberaubenden Mademoiselle.
Tips: Wie gestaltete sich der Entwicklungsprozess des Buches?
Hiess: Ich habe knapp drei Jahre recherchiert, geschrieben und versucht, alles nach meinen Vorstellungen umzusetzen. Ich bin übrigens ein typischer Nachtschreiber, weil es um diese Zeit sehr ruhig ist und ich somit dann am besten abtauchen kann. So verbrachte ich viele Nächte damit, dieses aufwühlende Sozialepos auf Papier zu bringen. Nachdem ich mit dem Buch fertig war, hat es auch nicht lange gedauert, bis ich meinen deutschen Verlag, Edition digital, gefunden hatte.
Tips:Sind Fortsetzungen/weitere Bücher in Aussicht?
Hiess: Ja, dieses Werk wird ein Zwei- bis Vierteiler. Und ab dem dritten Teil – den ich übrigens wieder in der Ich- Form schreiben würde – wäre dann eine junge Dame die Hauptprotagonistin, die bereits in den ersten beiden Teilen vorkommt und mit der ich dann die Französische Revolution durchleben würde. Der erste Teil wird übrigens auch bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2018 ausgestellt werden und der zweite Teil soll pünktlich zur Leipziger Buchmesse im März 2019 erscheinen. Zudem gibt es noch weitere Ideen für historische Romane; im Moment arbeite ich jedoch auch noch an einem Thriller, der in der Gegenwart spielt. Auch eine Fantasy-Saga und viele weitere Ideen spuken bereits in meinem Kopf herum.


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