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Vom Teufel und von Hexen: Sandler Sagenerzähler und Heimatforscher halten alte Geschichten in neuem Buch lebendig

Mag. Susanne Überegger, 24.10.2017 07:30

SANDL. Mit schwarzem Mantel, Hut, Buckelkorb, knorrigem Stock und Laterne erinnert Josef „Luki“ Mandl an eine schaurige Gestalt aus früheren Tagen. Die Aufmachung passt perfekt zu seiner Rolle als Erzähler von Sandler Sagen. Zehn dieser mystischen Geschichten erscheinen Ende Oktober in einem Sagenbuch von Josef Mandl und Rudolf Wagner.

Derart gekleidet gibt Josef "Luki" Mandl den Sagenerzähler. Fotos: Franz Walzer
  1 / 3   Derart gekleidet gibt Josef "Luki" Mandl den Sagenerzähler. Fotos: Franz Walzer

„Sagen und Geschichten aus Sandl“ heißt das Buch, das am 31. Oktober um 19 Uhr im Hinterglasmuseum Sandl präsentiert wird. Die Zeit war auch schon reif dafür, denn seit vielen Jahren bemühen sich Heimat- und Ahnenforscher Rudolf Wagner und sein Neffe Josef Mandl darum, die Sandler Sagen aus Chroniken und mündlichen Überlieferungen zusammenzutragen und vorm Vergessen zu bewahren.

Sandler Sagennächte

Bereits seit dem Jahr 2003 wandert der „Mandl aus Sandl“ alljährlich an zwei Raunachtsabenden rund um Weihnachten von Wirtshaus zu Wirtshaus und erzählt dort den Gästen mit Unterstützung der Sandler Theatergruppe bei Kerzenlicht die eine oder andere Sage – in Mundart natürlich. Da wird es dann spannend, geheimnisvoll und manchmal auch beängstigend.

Ein Buch auch für Kinder

„A Sage is nix Lustiges“, weiß der 61-Jährige. „Es handelt sich um kein Märchen, sondern es steckt immer ein wahrer Kern dahinter und es gibt stets einen Bezugspunkt in der Umgebung: einen Stein, einen Wald, ein Marterl, eine Ortschaft, ein Haus oder auch g“wisse Leut. Oft kommen Hexen und der Teufel vor, es wir auch gemordet“, sagt Mandl, versichert aber zugleich, für das Buch zehn Sagen „der leichteren Art“ ausgewählt zu haben.

Schließlich sollen das Buch ja auch Kinder lesen oder ihnen daraus vorgelesen werden. Für das Buch stellte Josef Mandl seine für die Theatergruppe adaptierten, in Mundart abgefassten Texte zur Verfügung, Manfred Schmitzberger vom Hinterglasmuseum Sandl bereitete diese kindgerecht auf und Irmgard Quass startete ein kleines Schulprojekt, in dessen Rahmen Schüler der Volksschule und der Sport-Neuen Mittelschule illustrierten das Buch – unter anderem mit Hinterglastechnik.

Kulturgut bewahren

„Mir ist sehr wichtig, dass das Kulturgut der Sagen nicht verloren geht. Viele Leute bedanken sich bei mir, dass ich alles dokumentiere und aufschreibe, so bleibt es auch der Nachwelt enthalten“, sagt Mandl, dessen Herz auch für das Theater schlägt.

Burgschauspieler Mandl

Seit 44 Jahren ist Mandl Mitglied der Theatergruppe Sandl, führt seit mehr als 30 Jahren auch Regie. „Ich bin sogar Burgschauspieler“, scherzt der Sandler, der mit Marianne verheiratet ist und zwei erwachsene Töchter hat. „Heuer durfte ich nämlich bei den Burgfestspielen in Reichenau im Stück Cyrano de Bergerac einen Liebhaber spielen. Für meine Rolle musste ich sogar Fechten lernen“, wird dem ehemaligen Werkmeister bei der ÖBB auch in der Pension nicht fad.

Des Schwoaze Mandl

Die Lieblingssage des Sagenerzählers heißt „Des Schwoaze Mandl“ und ist nachstehend in Mundart zu lesen:

A  Bau  is  va  Sandl  noch  Liamau  gfoahrn  mit  an  Oxnfuhrwerk.  Er  hod  Huiz aufglohnt ghobt und d Sun is scho untagaunga und es is finsta worn. Und do, wias  am  Weg  dahifoahn,  hans  ban  an  Kreizstecki  vorbeikeima.  Durt  wor  a Hinterglasbild vom Hl. Leonhard drinn, der wos jo da Schutzpatron va de Vicha is. Und wia a do so schaut, nem dem Kreizstecki steht auf amoi a  gaunz Schwoaz´ Mandl. 

De Oxn haum se so gschreckt, dass glei obogn san und übad Stettn obi san. De Fuhr min Huiz is umgfoin. Des Hoiz is ling blüm und de Ochsn san mitn Wong dafau. Und da Bau hod a Glick ghobt, dass a ned unta de Fua keima is. Wia a daun za erm söba keima is, hod a si amoi de Augn ausgwischt und is va da Gstettn wida aufi greit za den Kreizstecki. 

Und er siagt wida des schwoaze Mandl neman Kreizstecki steh. Er hods goa ned glauben kina. Es woa gaunz kuischwoaz. Oba es hod nix gredt, nur deit, i sui nochikeima. 

Dem Baun  woa  gaunz  enterisch  und  gfiacht  haut  as  se  a  ea,  is  daun  do nochigaunga und daun auf amoi im Woid drinn keiman mas zu so ana Lichtung. 

Duad auf amoi breint a Fei und ba dein Fei is a so a mystische finstare  Gestoit, gschtaundn. Ma head so Geräusche. hihihii… des schwoaze Mandl steht jez nem den Baun ea kau goa nimma wegschau und auf amoi siagt a de Gestoit um des Fei umitaunzn und hot olwei gschrian hi hi, daun sitz se de Gesoit af dein Soa nida!

Ma head de Münzn foin und in dera Auswölbung de wos aus schaut wia a Schissl´glaubt a de Münzn duachanaund und schreit uiwei, des keat ois mia, Wia da Bau daun schaut, auf amoi wor des schwoaze Mandl weg und da Bau haut se nima rian meng. 

Und de Gestoit hot daun wida rund ums Fei umi taunzt und hot gschrian hi hi. Da Bau hätt koan Tropfn Bluat vo eam gebn kina, ea wor wia vastoanat. Und auf amoi is eam eigfoin, ea faung s´Rosenkranz Beten au und auf amoi hot as sei wida rian meng. Af omoi hot ma de Gestoit a nimma gseng.

Er is so schnö greint wias nua gaunga is , dass a hoam keima is. Er hot des dahoam vazöht, wos eam do so gscheng is. Daun haum, d´Leid gsogt das scho efta duat i dera Woidlichtung a Liacht gseng haum, oba neamd hot se bis heit zuwi traut. Ma sogt, da Teifi duad i de Raunocht Göd zöhn. Des woa de Gschicht vom schwoazn Mandl.

Buchpräsentation

„Sagen und Geschichten aus Sandl“ am

Dienstag, 31. Oktober um 19 Uhr

im Hinterglasmuseum Sandl


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