Fünf Prozent Einsparung in fünf Jahren sind für Sozialunternehmen verkraftbar
BEZIRK ROHRBACH. Nach vielen Gesprächsrunden haben das Land OÖ und Interessensvertreter vergangene Woche ein Maßnahmenpaket in der Behindertenhilfe- und Wohnungslosenhilfe beschlossen. Demnach sollen statt der bisher diskutierten 25 Millionen real 17 Millionen eingespart werden, aufgeteilt auf einen Zeitraum von fünf Jahren. „Ein guter Kompromiss“, wie Arcus-Geschäftsführer Franz Stadlbauer sagt.

Stadlbauer war selbst in der Verhandlungsgruppe dabei und hat dem Ergebnis zugestimmt. „Ich sehe es als guten Kompromiss, der für die Umsetzungszeit und auch darüber hinaus wieder Perspektiven schaffen kann. Aus unserer Sicht wird es möglich sein, diese Maßnahmen in einem guten Einvernehmen umzusetzen“, ist er überzeugt. Das abgemilderte Sparprogramm bedeutet „jeweils zirka ein Prozent Einsparung pro Jahr in den nächsten fünf Jahren – insgesamt also fünf Prozent Einsparung. Ich bin der Meinung, das müsste verkraftbar sein und wird ohne allzu große Schmerzen funktionieren“, sagt der Arcus-Geschäftsführer. Er hofft, dass vor allem der dringend notwendige Ausbau an Wohnplätzen erfolgen wird. Erst bei der Jubiläumsfeier des Arcus-Sozialnetzwerk vor knapp zwei Wochen versprach Landeshauptmann Josef Pühringer Perspektiven im Wohnbereich und brachte Wohnprojekte in St. Peter, Aigen und St. Martin ins Gespräch. „Wenn auch in kleinen Schritten, so hoffen wir doch, dass der Bezirk im Ausbauprogramm drinnen bleibt“, so Stadlbauer, der auch die Hintergründe zum Sparprogramm näher erklärt: „Im Chancengleichheitsgesetz wurden viele Visionen und Erwartungen an eine moderne Behindertenpolitik verankert. Dies geschah in einer Zeit vor der Finanz- und Wirtschaftskrise, mit einer jahrelang sprudelnden Budget-Erhöhung im Sozialbereich. Die letzten Jahre waren dann plötzlich gekennzeichnet von wenig finanziellem Spielraum auch im Sozialbereich.“ Keine Kündigungen wegen Sparmaßnahmen Bei dem zwischen LH Pühringer (VP), Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SP) und den Interessensvertretern der Sozialunternehmen (IVS) abgeschlossenen Maßnahmenpaket wurde außerdem vereinbart, dass es keine Freisetzungen oder Kündigungen geben wird, die Angebotsträger erhalten künftig auch die laufenden Valorisierungen (vereinbarten Lohnerhöhungen nach BAGS-Kollektivvertrag). „Durch dieses vorerst akzeptierte Maßnahmenpaket wird es möglich sein, die Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen vor allem in den Bereichen Wohnen und Arbeit kontinuierlich moderat weiter auszubauen“, informieren Jahn und Pühringer. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch eine interne Begleitgruppe (bestehend aus Interessensvertretern von Menschen mit Beeinträchtigungen, der Arbeitnehmer und der Angebotsträger) begleitet, damit auftretende Probleme umgehend an die Politik herangetragen werden können. „Uns geht es um einvernehmliche Vorschläge und Lösungen, weil wir vor allem die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter in den Einrichtungen möglichst hoch halten wollen“, betonen die Landespolitiker abschließend.


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