„Da bin ich am richtigen Platz“: Ostafrika ist für Schwester Inigo zur Heimat geworden
SARLEINSBACH. Wenn Schwester Inigo Öller nach Hause ins Mühlviertel kommt, hat sie viel zu erzählen und trifft auch auf viele interessierte Zuhörer. Schließlich nimmt die „Missionsschwester vom Kostbaren Blut“ nur alle vier Jahre Heimaturlaub, Tansania ist zu ihrer eigentlichen Heimat geworden. „Da bin ich am richtigen Platz“, sagt sie – und meinst damit sowohl den Ort, als auch ihre Berufung.

Schon als junges Mädchen habe sie gespürt, dass die Missionsarbeit das Richtige für sie ist. „Ich habe gewusst, da gehör ich hin“, erzählt die gebürtige Sarleinsbacherin, die mittlerweile seit fast 50 Jahren in Ostafrika tätig ist. „Unsere Ordenskleidung und das Kreuz zeigen den Menschen, dass wir für sie da sind und ihnen helfen. Jeder kann zu uns kommen – egal welchem Glauben sie angehören“, betont Schwester Inigo, denn ein Großteil der Menschen in Tansania sind Muslime.
Viele Jahre war die ausgebildete Krankenschwester und Hebamme auf der Insel Sansibar. Seit einiger Zeit ist die heute 76-Jährige auf dem Festland im eigenen Kloster der Schwestern vom Kostbaren Blut (oder Wernberger Schwestern) in Kifungilo auf 1600 Meter Höhe stationiert. „Wir haben hier ein Waisenhaus, eine Volksschule, eine Mädchenschule mit Internat, die im ganzen Land bekannt ist und betreiben eine Krankenambulanz und ein Gästehaus. Außerdem haben wir eine Landwirtschaft mit Geflügel, Rindern, Schweinen und einem großen Gemüsegarten, um die Schulen und das Kloster versorgen zu können“, berichtet die Mühlviertlerin, die eine von elf Missionsschwestern ist. „Hier in Tansania haben die Leute kaum Einkommen. Dann kommen sie zu uns und wollen für uns arbeiten. Teilweise stehen 100 Leute vor der Tür – diese sind dankbar für die Arbeit und wir sind froh, wenn sie uns helfen.“ Denn zu Bettlern wolle man die Afrikaner nicht machen: „Wer arbeiten kann, soll auf dem Feld mithelfen und bekommt dafür Lohn. Das stärkt das Selbstwertgefühl.“
Kloster unter einheimischer Leitung
Als Schwester Inigo 1966 nach Afrika gekommen ist, gab es kaum einheimische Schwestern. Jetzt sei es umgekehrt, sagt sie, „jetzt gibt es nur mehr wenige weiße Gesichter im Kloster und die ganze Leitung in Ostafrika liegt in einheimischen Händen.“ Diese Entwicklung stimmt sie zuversichtlich: „Wir helfen ihnen das Ganze aufzubauen, damit sie es selber weiterführen können.“ Denn die Spenden für das Schwesternhaus am Berg und andere Initiativen kommen zum Großteil aus Österreich und Deutschland. „All die Spenden für die Caritas, Miva oder am Missionssonntag helfen uns. Wenn wir nichts aus unserer Heimat kriegen würden, wäre es schwierig“, sagt die dankbare Mühlviertlerin, die auch dieses Mal wieder reich beschenkt nach Tansania zurück gereist ist.


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