Stille Helfer vor den Vorhang geholt
ALTENFELDEN. Für viele weitere Helfer stehen die neun nominierten Personen, die für den Elisabethpreis nominiert waren. Und weil es einfach schwierig ist, bei all dem ehrenamtlichen Einsatz eine Wertung vorzunehmen, lies man das Los entscheiden.

Bei der Jahresversammlung des Sozialsprengels Oberes Mühlviertel beschritt man erstmals neue Wege und verloste den Preis unter den Nominierten. Stellvertretend für die vielen stillen Helfer, nahm Maria Ruttmann aus Altenfelden die Auszeichnung entgegen. Alle Besucher waren sich einig: Sie ist eine würdige Preisträgerin. Ihr Mann verunglückte in der Scheune tödlich. „Statt gemeinsam im Wald zu arbeiten war nun das Begräbnis zu organisieren. Ich war verzweifelt, konnte keine klaren Gedanken fassen, total fertig“, erzählte Ruttmann. Zurück bleiben vier minderjährige Kinder; Michaela, die jüngste, ist seit Geburt stark beeinträchtigt und braucht rund um die Uhr Betreuung. Die Schwiegereltern sind beide über 80 Jahre alt, seit einiger Zeit weiß Maria auch wie sich Demenz in der Praxis anfühlt.
Eine Gesellschaft ohne Ehrenamt ist unvorstellbar
Der ganze Abend stand im Zeichen der ehrenamtlichen Helfer, ohne die eine Gesellschaft nicht vorstellbar wäre. Obmann Max Wiederseder lud zu einem kleinem Experiment ein: „Nehmen sie den Veranstaltungskalender ihrer Gemeinde und streichen sie alle Veranstaltungen, an denen freiwillige oder ehrenamtliche Mitarbeiter maßgeblich beteiligt sind. Dann wird es sehr, sehr ruhig in der Gemeinde.“
Für den Sozialsprengel sind mehr als 250 freiwillige Mitarbeiter tätig und vollbringen Tag für Tag beeindruckende Leistungen für ihre Mitmenschen. Nur zwei Beispiele: Im Vorjahr wurden mehr als 22.000 warme Mahlzeiten zugestellt; außerdem wurden mehr als 10.000 Stunden für mehr Menschlichkeit geschenkt. Eine Besucherin meinte: „Wenn es den SOM nicht gäbe – man müsste ihn erfinden.“
Freiwillige sind der Kitt in der Gesellschaft
Auch Diözesanbischof Manfred Scheuer ist überzeugt: „Ohne Freiwillige ist kein Staat zu machen. Ohne Ehrenamtliche würde auch die Kirche zerbröseln. Freiwillige sind nicht nur Zukunft, sondern Gegenwart. In einer Gesellschaft, die sich immer mehr aufsplittert, sind Ehrenamtliche so etwas wie ein Kitt“, meinte er in seiner Ansprache und verwies auf den Willen vieler Menschen etwas Nützliches und Sinnvolles zu tun.


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