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SARLEINSBACH. Noch fühlt er sich nach eigener Aussage „wie im Urlaub“. Kein Wunder. Schließlich sind erst ein paar Tage vergangen, seit Johann Saxinger in den Ruhestand getreten ist – nach fast 40 Jahren bei der Firma Internorm, deren Geschicke er lange Zeit als Betriebsleiter gelenkt hat. Im Tips-Gespräch hat der Kollerschlager mehr über diese 14.429 Internorm-Tage erzählt.

  1 / 2   Johann Saxinger bei der Instandhaltung im Jahr 1979. 1986 übernahm er die Betriebsleitung. Foto: Internorm

Durch ein Zeitungsinserat ist Johann Saxinger 1979 auf eine ausgeschriebene Meisterstelle bei Internorm aufmerksam geworden. Er war damals frisch geprüfter Schlossermeister, die Lehre hat er in Deutschland gemacht, weil „hier in der Gegend hat es ja nichts gegeben“, erinnert sich der Kollerschlager.

Beim Vorstellungsgespräch, das sich im Vorhaus abgespielt hat, kam schnell die Frage „Wann kannst denn anfangen?“ Und damit war der Grundstein für Saxingers weiteren Berufsweg gelegt.

Von 50 auf 736 Mitarbeiter

Knapp 50 Mitarbeiter waren damals bei Internorm in Sarleinsbach beschäftigt, „ich habe eine zweite Schicht aufgebaut. Jetzt fahren wir Dreischicht-Betrieb und sind mit 736 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Bezirk Rohrbach“, informiert der 63-Jährige nicht ohne Stolz. Und ergänzt: „All die Jahre gab es eine sehr gute, vertrauensvolle und wertschätzende Beziehung zu den Eigentümern und den Mitarbeitern. Deshalb gab es in den 33 Jahren, in denen ich Betriebsleiter war, auch keinen einzigen arbeitsrechtlichen Gerichtsfall.“

Kritische, sparsame Haltung

Seine Grundeinstellung war stets kritisch und sparsam. „Auch wenn ich fremdes Geld verwaltet habe, hab ich mir immer gedacht, was würde ich tun, wenn es meine Firma wäre“, erzählt Johann Saxinger. Seit Anfang der 1990er-Jahre wurde das Werk in vier Ausbaustufen erweitert, mehr als 150 Millionen Euro dafür investiert. Hin und wieder hätte es aber auch schwere Zeiten gegeben, denkt der ehemalige Betriebsleiter und Prokurist vor allem an das Jahr 1996: „Wir mussten wegen Unterauslastung wieder auf Zweischicht-Betrieb umstellen und eine ganze Schicht mit 60 Leuten abbauen. Das hat auch viele Bekannte und Freunde getroffen, so manche Freundschaft ging damals in die Brüche.“

Herausforderung Personal

Acht Monate später wurde die dritte Schicht wieder aufgebaut. „Das wäre heute nicht mehr zu schaffen“, ist der Fachkräftemangel auch bei Internorm spürbar. „Zufriedene Mitarbeiter sind die besten Botschafter“, weiß Saxinger. Dennoch bleibe die Sicherstellung des Personals die größte Herausforderung für seinen Nachfolger Christoph Jungwirth.

Er selbst hat sich ein neues Ziel gesetzt und mit der Jagdprüfung begonnen. Und vor allem möchte er nach den vielen Jahren, in denen die Arbeit oft an erster Stelle stand, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Wichtig war ihm auch immer das ehrenamtliche Engagement: „Wenn es einem gut geht, muss man der Gesellschaft auch etwas zurückgeben.“


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