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SATTLEDT. Auf den Tag genau 80 Jahre nach der Gründung der politischen Gemeinde, am 1. Oktober 2019, beginnen in Sattledt die Feierlichkeiten zum runden Jubiläum. Neben Jubiläumsveranstaltungen gibt es auch eine Olympiade.

In der Gemeinde wird ein freundschaftlicher Wettstreit ausgetragen. Foto: G. Paltinger
  1 / 3   In der Gemeinde wird ein freundschaftlicher Wettstreit ausgetragen. Foto: G. Paltinger

Bei der Startveranstaltung genau am Tag der Gründung, blickt der Journalist und Autor Johannes Jetschgo in einer Startveranstaltung mit Vortrag auf die Entstehungsgeschichte zurück. Außerdem wurde der Jubiläumswein präsentiert.

Feste übers ganze Jahr

Ein ganzes Jahr lang richten die Vereine und Institutionen nun ihre jährlichen Veranstaltungen im Lichte des Jubiläums aus. Zusätzlich gibt es Sonder-Veranstaltungen, so wie das Fotoprojekt „Hut-Tuch-Helm“ mit dazugehöriger Ausstellung (2. März) oder das Bezirksmusikfest (19. bis 21. Juni).

Am 25. Oktober gibt es einen Kabarettabend mit Martin Kaiser und eine Lesung mit Bruno Schernhammer am 14. November. Von 30. Jänner bis 1. Februar ist wieder ein Faschingsspektakel geplant. Bis zur Schlussveranstaltung am 27. September sind viele weitere Events am Kalender. Die Gemeinde hat zu den Jubiläumsveranstaltugen auch eine Broschüre herausgebracht.

Jubiläumsolympiade

Wie ein roter Faden wird sich die Jubiläumsolympiade durch das Jubiläumsjahr, das mit 1. Oktober beginnt und bis Ende September 2020 dauern wird, ziehen. Kreativer Kopf dahinter ist der Direktor der Neuen Mittelschule Sattledt, Alois Schlattner aus Bad Wimsbach. In Vizebürgermeister Gerald Lindinger hat er einen ortsansässigen Mitorganisator gefunden.

14 Bewerbe übers Jahr

Im Rahmen der Jubiläumsolympiade richten 14 Veranstalter bei ihren Festen zusätzlich einen Bewerb aus. Wie genau der aussieht, ist jeder Organisation selbst überlassen, es sind lustige Geschicklichkeitsspiele genauso dabei wie (Denk-)sportaufgaben. In der Bevölkerung bilden sich Gruppen zu je vier bis sechs Personen, die im Laufe des Jahres die Wettbewerbe im Team durchlaufen und Punkte sammeln. Es wird eine Einzel- und eine Gruppenwertung geben. Dazu hat man sich ein ausgeklügeltes Punktesystem einfallen lassen, erzählt Gerald Lindinger. Die Zwischenstände werden veröffentlicht, bei einer Schlussveranstaltung werden die Sieger gekürt. Es winken tolle Preise, etwa eine Reise.

Alle können sich einbringen

Bewerbe haben die verschiedensten Vereine und Gruppen geplant, alle Altersgruppen und quer durch die ganze Gemeinde, von der Landjugend bis hin zu den Senioren. Geben wird es etwa ein Knittelwerfen, ein Bücherdomino oder ein überdimensionales Dartschießen. Aber mehr verrät Lindinger noch nicht. „Wichtig ist uns die Gruppenwertung. Wir möchten alle Sattledter zum Fortgehen und gemeinsam Feiern bewegen“, fügt Lindinger hinzu. Die Veranstalter haben den Vorteil, dass sie schon mit einer fixen Besucherzahl, weil Olympiade-Teilnehmer, rechnen können.

80 Jahre politische Gemeinde

Die politische Gemeinde ist exakt 80 Jahre alt, Sattledt wurde am 1. Oktober 1939 gegründet. Damit ist sie eine verhältnismäßig junge Gemeinde. Ein Gemeinde­leben gab es aber schon lange vor 1939.

Schon im 10. Jahrhundert ist urkundlich die Nutzung von Bienenweiden auf dem heutigen Gemeindegebiet von Sattledt bestätigt. 1570 sind zwei Höfe urkundlich erwähnt, dessen Besitzer die Brüder Wolfgang und Leonhart Sadtleder sind und 1790 wurde der Unterricht in einem neu gebauten einklassigen Schulhaus in Harhagen aufgenommen. Eine Ortsgemeinde wurde dann mit 1851 gegründet.

Einer der Gründe für die vermehrten Ansiedlungen im Ort war auch die Errichtung der Eisenbahnlinie Wels-Rohr und des Bahnhofes Sattledt im Jahr 1893. Sattledt war damals ein Ort mit schon zahlreichen Höfen. Rund um den Bahnhof Sattledt siedelten sich Geschäfte und Handwerker an. 1898 wurde das Ziegelwerk Kunz gegründet, ungefähr auf dem Gelände, auf dem sich heute die Hofer-Firmenzentrale befindet.

Gemeindegefühl entstanden

Diese Faktoren und der Baubeginn einer Kirche ließen ein Gemeindegefühl und den Wunsch nach einer eigenen politischen Gemeinde aufkommen. Die ersten Gedanken zur Gründung gab es schon vor dem Ersten Weltkrieg, konnten aber nicht verwirklicht werden, es gab zu viel Widerstand.

Gründung angeordnet mit 1. Oktober

Angeordnet wurde die Gründung dann vom NS-Regime, im Februar 1939. Die Nachbargemeinden Steinhaus Sipbachzell, Kremsmünster, Ried im Traunkreis und Steinerkirchen mussten dabei insgesamt 25,87 Quadratkilometer Grundfläche an Sattledt abtreten.

Am 1. Oktober 1939 erfolgte nach einigem Hickhack und Schwierigkeiten die offizielle Gründung. Nach dem Zweiten Weltkrieg schritt die Entwicklung der Gemeinde mit dem Bau der Autobahn rasch voran. 1989 erhielt Sattledt ein Wappen. 1999 wurde Sattledt zum Markt erhoben.


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