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BEZIRK SCHÄRDING. Mit sogenannten Schockanrufen versuchen Kriminelle gezielt, vor allem ältere Menschen um ihr Geld und ihre Wertgegenstände zu bringen. Ein aktueller Fall aus dem Bezirk Schärding zeigt, wie perfide die Täter dabei vorgehen. 

Symbolfoto (Foto: Tips)
Symbolfoto (Foto: Tips)

Wie Tips berichtete, erhielt ein 87-jähriger alleinlebender Pensionist Ende August einen Anruf eines vermeintlichen Kriminalbeamten. Dieser behauptete, die Polizei habe eine Einbrecherbande festgenommen und bei ihr einen Zettel mit den Namen älterer, alleinlebender Personen gefunden. Auch der Name des Pensionisten stehe darauf. Im Gespräch gab der Mann preis, dass er Wertgegenstände und Sparbücher zu Hause habe.

Wenige Tage später meldeten sich die Täter erneut. Der Pensionist wurde angewiesen, seine Goldmünzen mit möglichst wenigen Fingerabdrücken in einem Sackerl vor die Haustür zu legen. Die Münzen würden von Kriminalbeamten abgeholt. Der Mann folgte den Anweisungen, die Goldmünzen wurden von unbekannten Tätern abgeholt.

Damit war der Betrug noch nicht beendet: Am 2. September forderten die Täter den Pensionisten auf, seine beiden Sparbücher aufzulösen. Es bestehe angeblich der Verdacht, dass Bankdaten weitergegeben worden seien und das Geld aus der Sparbuchauflösung Falschgeld sein könnte. Der Mann hob daraufhin 19.849,38 Euro ab und legte auch dieses Geld vor die Haustür. Die Täter holten es ab. Erst als er nichts mehr von den Anrufern hörte, wurde der 87-Jährige misstrauisch und verständigte die Polizei. Der entstandene Schaden beträgt rund 30.000 Euro.

Polizei warnt vor Schockanrufen

Die Täter geben sich am Telefon etwa als Polizisten, Staatsanwälte, Ärzte oder Bankmitarbeiter aus. Mit erfundenen Geschichten über schwere Verkehrsunfälle, drohende Haftstrafen oder angebliche Ermittlungen erzeugen sie Angst und Zeitdruck. Die Betroffenen sollen dadurch möglichst schnell handeln, ohne die Situation zu hinterfragen.

Oft fordern die Anrufer anschließend Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände. Als Begründung dienen etwa eine angebliche Kaution oder die Sicherstellung von Beweismitteln. Das Geld wird häufig von sogenannten Abholern direkt bei den Opfern abgeholt. Teilweise werden Betroffene auch dazu gebracht, bei mehreren Banken Bargeld abzuheben – während die Täter telefonisch in Kontakt bleiben.

Die Polizei warnt eindringlich davor, solchen Anweisungen Folge zu leisten. Echte Polizisten fordern am Telefon niemals die Übergabe von Bargeld, Gold oder anderen Wertgegenständen. Verdächtige Gespräche sollten sofort beendet und die Polizei unter 133 verständigt werden. Auch versuchte Betrugsfälle sollten angezeigt werden. Offen über solche Vorfälle zu sprechen, kann zudem helfen, weitere Menschen im eigenen Umfeld zu schützen.


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