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BEZIRK SCHÄRDING. 529 Kinder im Bezirk Schärding starteten diese Woche in ihr erstes Schuljahr. Im Tips-Interview gibt Eva Panholzer, Pflichtschulinspektorin des Bezirkes, Tipps für einen gelungenen Schulstart der Taferklassler, der „erfahrenen Schüler“ und der Eltern und erinnert sich an ihren eigenen ersten Schultag zurück.

529 Kinder im Bezirk Schärding starteten diese Woche in ihr erstes Schuljahr. Foto: Wodicka
529 Kinder im Bezirk Schärding starteten diese Woche in ihr erstes Schuljahr. Foto: Wodicka

Tips: Welche Herausforderungen kommen auf die Taferlklassler zu?

Eva Panholzer: Durch die gute pädagogische Arbeit in den einzelnen Kindergärten als erste Bildungseinrichtung und durch das verpflichtende Vorschuljahr fällt der Umstieg in die Volksschule den Kindern um einiges leichter wie zu meiner Zeit. Auch gibt es an der Nahtstelle zwischen Kindergarten und Volksschule schon viele gegenseitige Kontakte und Besuche. In den meisten Schulen gibt es „Schnuppertage“ für Kindergartenkinder, wo das Kind schon „die Schule besuchen“ durfte. Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist ein großer Schritt, für Kinder ebenso wie für Eltern. Die elementare Lebenswelt verändert sich durch neue Strukturierungen, Erwartungen, Aufgaben und Ansprüche wie zum Beispiel ein neues Umfeld, die Mitschüler, die Lehrer, die täglichen Hausaufgaben, das frühe Aufstehen oder feste Regeln.

Tips: Wie starten die Schulanfänger erfolgreich ins erste Schuljahr?

Panholzer: Indem die Eltern schon im Vorfeld positiv von der Schule reden, dem Kind keinen Leistungsdruck auferlegen, die Eltern das Kind im Veränderungsprozess ermuntern auf Neues positiv einzugehen, die Eltern den Kontakt zum Lehrer halten, und unsere Pädagogen beim Kind die natürlich vorhandene Freude am Lernen nutzen und jedes Kind pädagogisch dort „abholen“, wo es mit seinen Kenntnissen und Fertigkeiten zum Schulbeginn steht.

Tips: Können Sie sich noch an ihren ersten Schultag erinnern?

Panholzer: Meine beiden älteren Brüder waren bereits in der Schule und ich wollte auch die gleichen Aufgaben erledigen wie sie. Daher war ich natürlich am ersten Schultag sehr aufgeregt. Ich war aber auch ein kleiner „Wildfang“ und das Stillsitzen und Konzentrieren während des Unterrichts war für mich am Anfang sehr schwierig. Durch eine einfühlsame Pädagogin fühlte ich mich in der Schule aber sehr schnell gut aufgehoben.

Tips: Welche Tipps können Sie Eltern geben, damit sie ihre Kinder bestmöglich unterstützen?

Panholzer: Kinder brauchen bei den vielen Veränderungen möglichst viel Halt und Struktur, um sich orientieren zu können. Vor dem Schuleintritt ist eine spielerische Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt sehr hilfreich. Etwa durch das gemeinsame Durchblättern von Bilderbüchern, die sich mit dem Thema Schule beschäftigen, Spielen, auf Fragen eingehen oder das Üben von Hand- und Fingerfertigkeiten (ausmalen, Figuren ausschneiden etc.). Auch das Reden, was es in der Schule alles lernen wird und wozu dieses Wissen im Alltag genutzt werden kann, ist wichtig. Keinesfalls sollte man Kindern mit der Schule drohen. Ein möglichst positiver Eindruck von der Schule erleichtert den Schulstart. Gemeinsam Alltagstätigkeiten zu erledigen und dem Kind kleinere selbstständige Aufgaben zu stellen sowie Kontakte zu Gleichaltrigen sind wichtig für die Vorbereitung auf den „Ernst des Lebens“. Auch Bewegung sollte nicht zu kurz kommen (hüpfen, springen, balancieren usw.). Gemeinsam den Schulweg zu gehen und diesen einzulernen ist ebenso notwendig, wie die kommende Alltagsroutine einzuüben (früh aufstehen, Schulsachen herrichten etc.). Ein freundlich gestalteter, ruhiger Platz zum Lernen macht das Absolvieren der zukünftigen Hausübungen leichter.

Tips: Welche Tipps haben Sie für „erfahrene“ Schüler?

Panholzer: Zum Einstieg ins neue Schuljahr ist es ideal, die Aufgaben und Übungen aus den letzten Wochen vor Schulende anzusehen und in Erinnerung zu bringen, damit der Anschluss gut klappt.

Tips: Auch Sie starten als Pflichtschulinspektorin in ihr erstes Schuljahr: Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Panholzer: Gemeinsam mit den Schulleitern der einzelnen Schulstandorte gezielt dort anzusetzen, wo wir aufgrund der Qualitätsmessungen die Rückmeldungen bekommen haben, dass wir noch besser werden können. Weiters ist die Umsetzung der Grundschulreform in den Volksschulen ein wesentlicher Meilenstein in der Dokumentation der Kompetenzen des einzelnen Kindes. Eine meiner Kernaufgaben ist es natürlich auch, gerade im Jahr der digitalen Bildung, die Pädagogen auf diesem Weg zu unterstützen, denn ein kompetenter Umgang mit Medien ist zu einer bedeutenden Schlüsselkompetenz geworden, die eine zeitgemäße Bildung berücksichtigen und ermöglichen muss.

Tips: Die Sommerferien sind vorbei. Immer wieder keimt die Diskussion um kürzere Sommerferien auf: Wie sehen Sie das?

Panholzer: Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, da es hier viel für und wider gibt. Solange wir aber in den berufsbildenden höheren Schulen eine verpflichtende Berufspraxis von mehreren Wochen haben, wird eine Verkürzung der Sommerferien schwer machbar sein. Hier sollte man vor allem die Eltern in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen. Sehr froh bin ich über die Initiativen der Gemeinden in unserer Region in den Sommerferien sowohl „Sommerkindergärten“ als auch „Sommerschulen“ an den einzelnen Standorten anzubieten. Ich glaube, dass diese Angebote in den vergangenen Ferien sehr gut angenommen wurden und die Eltern mit der Betreuung ihrer Kinder zufrieden waren.


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