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BEZIRK SCHÄRDING. Im Bezirk Schärding lebten zum Stichtag 1. Jänner 2019 insgesamt 47.783 Katholiken. Im vergangenen Jahr stehen 275 Austritten nur 26 Eintritte gegenüber. 

Schärdings Stadtpfarrkirche (Foto: Pfarre Schärding)
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Die Austritte nur auf den Kirchenbeitrag zu reduzieren ist für Schärdings Pfarrer Eduard Bachleitner nicht ein ganz nachvollziehbarer Grund. „Natürlich spielt dieser eine Rolle, beziehungsweise wird oft als Grund für den Austritt angegeben. Ich glaube jedoch, dass die Ursachen ganz woanders liegen“, meint Bachleitner. So sei laut Schärdings Pfarrer der Priestermangel ein wesentlicher Faktor. „Gerade in Gemeinden, wo kein Pfarrer vor Ort ist, geht die Bezugsperson zur Kirche verloren. Es fehlt den Menschen ein direkter Ansprechpartner“, meint Bachleitner, und weiter: „Natürlich sind die immer wieder auftretenden Missbrauchsvorwürfe nicht gerade förderlich. Man muss ganz klar dazu stehen, dass die Kirche in den letzten Jahren in dieser Hinsicht einige Fehler gemacht hat.“

Pfarre Zell als Vorbild

Dass vor allem junge Menschen sich mit der Kirche immer weniger identifizieren, ist für Schärdings Pfarrer nicht von der Hand zu weisen. „Für die Jugend spielt die Kirche leider nur eine Nebenrolle. Sie haben ganz andere Interessen. Wir müssen hier viel aktiver werden und wieder auf die jungen Menschen zugehen.“ Als positives Beispiel nennt Bachleitner hier die Pfarre Zell an der Pram, welche mit einem umgebauten Wohnmobil, der so genannten „Ansprechbar“, bei verschiedensten Veranstaltungen oder Festen direkt vor Ort ist und das Gespräch mit den jungen Menschen sucht.

Kirchenbeitrag: finanzielles Rückgrat

Wie wichtig der Kirchenbeitrag für den Bezirk Schärding ist, zeigen die Aussagen von Josef Kohlbauer von der Kirchenbeitragsstelle. „Die Kirchenbeiträge sind das finanzielle Rückgrat der kirchlichen Arbeit in unserer Diözese, im Besonderen in den Pfarren und den regionalen Einrichtungen. Ohne diese Beiträge wäre das vielfältige kirchliche Angebot nicht aufrechtzuerhalten“, erläutert Josef Kohlbauer. Und weiter: „Schließlich fließt von den Kirchenbeitragseinnahmen mehr als die Hälfte direkt und indirekt in die Pfarren zurück.“ Besonders groß ist die Bedeutung des kirchlichen Angebotes in der Jugendbetreuung, im Sozialbereich und in der Beratung wie zum Beispiel der Telefonseelsorge, Ehe und Familie. „Diese Angebote könnten wir ohne die Kirchenbeiträge nicht finanzieren. Das sollte den Menschen bewusst sein“, berichtet Kohlbauer.

Evangelische Pfarre

Während die katholische Kirche mit Verlusten an Glaubensmitgliedern zu kämpfen hat, halten sich bei der evangelischen Pfarre Schärding, die 392 Mitglieder zählt, die Ein- und Austritte mit einem Verhältnis von eins zu drei die Waage. „Auch bei uns wird der Kirchenbeitrag oft als Grund angegeben. Der Anlass ist aber ein ganz anderer. Die Menschen haben einfach keine Zeit mehr für die Kirche“, meint Pfarrer Tom Stark. Und weiter: „Der Kirche geht es wie anderen Vereinen auch. Auch diese müssen seit Jahren um verbindliche Mitglieder kämpfen. Das ist nicht nur ein Problem der Kirche. Die Menschen sind einfach zu sehr in der digitalen Welt gefangen.“

Kirchen-App

Und genau diese Tatsache will die Kirche für sich nutzen. Unter dem Namen „Glauben.Leben“ wurde kürzlich eine Kirchen-App vorgestellt. Die vom Medienreferat der Bischofskonferenz in Kooperation mit den österreichischen Diözesen entwickelte App zielt auf jene Österreicher, für die das Smartphone ein wichtiger Tagesbegleiter geworden ist. Der neuen App steht Pfarrer Stark skeptisch gegenüber. „Ich glaube nicht, dass die Beziehung zu Gott über das Smartphone wieder größer wird und, dass dadurch mehr Menschen wieder in die Kirche eintreten“, meint Tom Stark.


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