Sicherheitsreferent spricht rund 40 Betretungsverbote pro Jahr aus
BEZIRK SCHÄRDING. Sexuelle Übergriffe und Morde an Frauen nehmen zu. Alleine in Österreich wurden seit Jahresbeginn insgesamt acht Frauen getötet. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Beziehungstaten. Schutz für Opfer häuslicher Gewalt bietet das Frauenhaus Innviertel. Auch der Besuch eines Selbstverteidigungskurses kann im Notfall Schlimmeres verhindern.

Rund 40 Betretungsverbote spricht Friedrich Burgstaller, Sicherheitsreferent der Bezirkshauptmannschaft Schärding, pro Jahr aus. Zu diesen kommt es, wenn die Polizei zu einem Zwischenfall häuslicher Gewalt gerufen wird und eine Wegweisung ausspricht. „Wir haben dann 48 Stunden Zeit, das Betretungsverbot zu bestätigen. Was wir in der Regel auch machen“, berichtet Burgstaller. Dies hat zur Folge, dass der Täter sich dem Opfer zwei Wochen lang nicht mehr als 50 Meter nähern darf. „Damit wollen wir erreichen, dass sich die Situation beruhigt und die Betroffenen genügend Zeit haben, um sich über das Geschehene Gedanken zu machen“, informiert Burgstaller, der berichtet, dass in den meisten Fällen Drogen oder Alkohol die Auslöser der Streitigkeiten, die nicht selten mit dem Einsatz von Gewalt enden, ist. Eine Aufhebung des Betretungsverbotes kann nicht erfolgen. „Oft werden wir von den Opfern angerufen, welche uns berichten, dass der Streit beendet wurde und wir das Betretungsverbot aufheben sollen“, meint Burgstaller. Dieser Bitte kommt die Bezirkshauptmannschaft nicht nach.
Frauenhaus Innviertel bietet Schutz für Frauen
Ein sicherer Zufluchtsort für Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, ist das Frauenhaus Innviertel in Ried im Innkreis. Dieses bietet eine sofortige Wohnmöglichkeit für das Opfer und deren Kinder. Weiters begleiten und beraten die Mitarbeiter des Frauenhauses die Betroffenen im Alltag und sind unterstützend bei der Klärung der finanziellen Ansprüche behilflich. In Zusammenarbeit mit einer Rechtsanwältin erhalten die Frauen Unterstützung bei rechtlichen Anliegen, bei der Wohnungssuche und Behördengängen. Frauen können bis zu einem Jahr im Frauenhaus bleiben und auch mehrmals wiederkommen. Die Aufnahme erfolgt rund um die Uhr, ist freiwillig und anonym. Betroffene können sich rund um die Uhr unter der Nummer 07752/71733 melden.
Selbstverteidigungsschule
Gewalt passiert jedoch nicht nur in den eigenen vier Wänden. Nicht selten liest man in Zeitungen, dass vor allem die sexuellen Übergriffe auf Frauen in den vergangenen Monaten stark zunehmen. „Auch wenn dies noch hauptsächlich in den Großstädten der Fall ist, schadet es nicht, wenn auch Frauen aus unserer Region wissen, wie sie sich in solch einer Situation zu verhalten haben“, berichtet Winfried Parzer, Schärdings ehemaliger Bezirkspolizeikommandant und Inhaber der Selbstverteidigungsschule Parzer. Im Zuge von zweistündigen Kursen bringen Parzer und sein Kollege den Frauen bei, wie sie sich bei einem Angriff bestmöglich schützen können. „In unserem Selbstverteidigungskurs lernen Frauen die Schwachstellen von Angreifern kennen und verinnerlichen ganz einfache Techniken, um sich gegen Übergriffe zur Wehr zu setzen. Dabei werden ihnen Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten vermittelt“, so Parzer, Weiters lernen die Frauen, Alltagsgegenstände als Waffe einzusetzen und ihre Angreifer zu entwaffnen. Auch werden ihnen Techniken gezeigt, mit denen sie sich befreien können. Zum Abschluss wird der Gebrauch von Pfefferspary geschult. „Wir bilden hier keine Kämpferinnen aus, sondern wollen mit einfachen Tipps und Tricks den Damen zeigen, wie sie sich wehren beziehungsweise verhalten können. Dazu gehört zum Beispiel die richtige Auswahl des Heimweges. Oder, dass dunkle und abgelegene Straßen in der Nacht gemieden werden sollten“, berichtet Parzer.


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