BEZIRK SCHÄRDING. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie müssen Wirte mit Verdienstausfällen kämpfen. Besserung ist nicht in Sicht. Vor allem die Absagenflut an Weihnachtsfeiern sorgt für einen großen finanziellen Schaden.

„Langsam wird für viele Gastronomen die Luft knapp. Unsere Sorgenfalten werden immer größer. Wenn nicht bald Besserung eintritt, dann werden einige von unseren Kollegen demnächst ihre Gaststätten schließen“, berichtet Stefan Schneebauer, Gastronom und Wirtesprecher des Bezirks Schärding. Laut Schneebauer hat die gute Gastgarten-Saison für etwas Entspannung gesorgt, aber nun stehen für die Wirte entscheidende Monate bevor.
Finanzielles Polster
„Für uns alle sind die Herbstmonate sehr wichtig, um ein finanzielles Polster für die traditionell umsatzschwachen Monate Jänner, Februar und März zu schaffen“, berichtet Roland Ebner, Inhaber des Kirchenwirtes in Andorf. Doch die Absageflut an Weihnachtsfeiern sorgt bei Schärdings Gastronomen für Kopfzerbrechen. „In einem normalen Jahr haben wir rund 70 Weihnachtsfeiern. Heuer finden kaum welche statt. Für uns ist dies eine Katastrophe. Der finanzielle Schaden ist enorm“, berichtet Herbert Unger vom Wirtshaus zur Bums´n in Schärding, der die Kurzarbeit für seine Mitarbeiter verlängert hat: „Wir hatten leider keine andere Möglichkeit.“ Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Leute ihren Arbeitsplatz verloren haben oder noch in Kurzarbeit sind und daher weniger Geld zum Ausgeben haben. „Natürlich merken wir auch, dass die Bevölkerung lieber das Geld anderweitig ausgibt, als zum Wirt zu gehen. Doch gerade in Zeiten wie diesen sind wir auf jeden Euro angewiesen2, meint Schneebauer.
Frühschoppen
Nicht anders schaut die Situation bei Markus Bischof, Inhaber des Dorf.Wirt in Dorf an der Pram aus. 2Der Ausfall von Weihnachtsfeiern sowie auch anderen Veranstaltungen ist ein schwerer Schlag für mich. Ich kann nur hoffen, dass die Pandemie bald vorbei ist und wir wieder Normalbetrieb haben“, meint Bischof, der weiters berichtet, dass auch der Besuch des traditionellen Frühschoppens jeden Sonntag seit dem Beginn der Corona-Pandemie merklich zurückgeht. „Die Gäste werden immer weniger.“
Wirtepaket
Um den Gastronomen unter die Arme zu greifen, hat die Regierung im Mai ein Wirtepaket, welches unter anderem eine Senkung der Steuer auf Erlöse aus Beherbergung, Speisen und Getränken auf fünf Prozent beinhaltet, vorgestellt. „Das hilft uns etwas, aber die große Lösung ist das Wirtepaket auch nicht. Unser Problem ist, dass die Leute nicht mit der Maske zum Wirt gehen wollen und auch zum Teil Angst haben, sich beim Wirt mit Corona anzustecken“, meint Schneebauer, der zudem Angst vor einem weiteren Lockdown hat. „Wenn wir wieder ganz zusperren müssen, dann wird die Situation noch bedrohlicher.“ Auch eine Reisewarnung seitens der deutschen Regierung gegenüber Österreich wäre laut dem Wirtesprecher vor allem für Schärding eine Katastrophe. „Schon jetzt kommen immer weniger Deutsche zu uns. Sollte eine Reisewarnung ausgesprochen werden, dann fallen uns die wenigen Gäste auch noch weg. Für Schärdings Wirte wäre dies ein Schlag ins Gesicht.“
Einhalten der Verordnungen
Damit dieses Szenario nicht eintritt, bittet Bundesministerin Elisabeth Köstinger die Österreicher die Verordnungen der Regierung zu befolgen. „Ein konsequentes Einhalten der Covid-Regelungen ist jetzt wichtiger denn je, um Reisewarnungen und damit ausbleibende Gäste zu verhindern. Das ist vor allem für Grenzregionen, wie es der Bezirk Schärding ist, ganz wichtig“, meint Köstinger auf Nachfrage von Tips.


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