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BEZIRK/OÖ. Immer mehr Wölfe werden in Oberösterreich gesichtet. Die Freude bei den Landwirten hält sich in Grenzen, denn sie fürchten um das Leben ihrer Tiere. Ein Thema, das die Landwirtschaft aktuell stark beschäftigt, ist die Wolfsproblematik

In Münzkirchen wurde ein toter Wolf gefunden. (Foto: Stadler)
In Münzkirchen wurde ein toter Wolf gefunden. (Foto: Stadler)

„Die Wolfsdichte in den Nachbarländern steigt, in den nächsten Jahren wird daher auch in großen Teilen Österreichs mit mehr Wolfspräsenz zu rechnen sein“, so Michaela Langer-Weninger, Präsidentin der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. „Wir beobachten die Situation seit Jahren und weisen auch seit langem darauf hin“, so auch Johann Feßl, Obmann des Vereins OÖ Alm und Weide. Heuer kam es nach längerer Ruhe im Süden Oberösterreichs wieder zu Wolfsrissen – „wie sich herausstellte nicht durch einen einzelnen Wolf, sondern durch mindestens zwei, wenn nicht mehrere“, meint Feßl.

Ungeklärte Fälle

Laut Wolfs-Management des Landes OÖ gab es in Oberösterreich heuer sechs offiziell bestätigte Fälle von Wolfsrissen mit acht getöteten Tieren, darunter Wildtiere und Nutztiere. „Es gibt aber eine hohe Zahl ungeklärter Fälle, wo nicht mehr nachweisbar ist, wer der Verursacher ist“, erläutert der Wildschadensberater der LK OÖ Wolf-Dietrich Schlemper. Johann Feßl spricht von geschätzt einigen Dutzend Wölfen in Österreich, „die Zahl ist aber wohl höher.“ Langer-Weniger verweist hier auch auf jenen Wolf, der in der Gemeinde Münzkirchen im Bezirk Schärding tot aufgefunden wurde. „Wie sich herausstellte, kam er aus Italien. Hier ist auch nirgends aufgeschienen, dass der in Österreich ist.“

Große Probleme

Genau dieser Wolf lässt die Sorgenfalten bei Landwirten aus dem Bezirk Schärding wachsen. „Der Wolf gehört nicht zu uns. Unsere Gegend ist zu dicht besiedelt. Eine Rückkehr der Wölfe würde unsere Landwirtschaft vor große Probleme stellen“, meint Klaus Wimmesberger, Obmann des Unabhängigen Bauernverbandes (UBV) des Bezirks Grieskirchen sowie Obmannstellvertreter des UBV-Oberösterreich. Der gleichen Meinung ist auch Peter Gumpinger, Bauernbund-Obmann des Bezirkes Schärding. „Wir sind hunderte Jahre ohne Wolf ausgekommen. Ich als Landwirt habe schon ein Problem damit, dass er sich bei uns ausbreitet“, meint Gumpinger. Laut dem Riedauer will die Bevölkerung, dass die Tiere frei herumlaufen und nicht den ganzen Tag eingesperrt sind. „Nur wie sollen wir die Tiere auf die Weide lassen, wenn wir wissen, dass sie nicht in Sicherheit sind“, sagt der Bauernbund-Obmann. Es gehe beim Problem der Wolfsrisse nicht nur um das eine gerissene Tier, sondern um die Folgewirkung auf die Herde. „Die wird zerrissen, die Tiere befinden sich, wenn ein Wildtier angreift, im Überlebenskampf, Muttertiere verstoßen die Kälber und vieles mehr passiert“, erläutert Langer-Weninger das große Problem für die Landwirtschaft.

Abschuss erlauben

Daher fordert die Landwirtschaftskammer eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, um die Weidehaltung weiter zu gewährleisten. „Wenn die Gesellschaft den Wolf haben möchte und auch weiterhin eine artgerechte Weidehaltung sowie eine Almbewirtschaftung, dann muss auch die Erlegung von Wölfen akzeptiert werden“, meint Langer-Weninger.Diesen Vorschlag begrüßt auch Wimmesberger: „Ich halte diesen Vorschlag für sehr sinnvoll.“ Und weiter: „Ich möchte nicht wissen, wie groß der Aufschrei ist, wenn der Wolf einen Menschen angreift oder sogar tötet. Das ist meiner Meinung nach nicht ausgeschlossen.“


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