Regisseurin: das Herz und Hirn einer Produktion
ZELL. Am Samstag, 12. Juni findet um 19.30 Uhr im Schloss Zell an der Pram die Premiere der diesjährigen Pramtaler Sommeroperette (PSO) statt. Aufgeführt wird das Stück Gräfin Mariza. Als Regisseurin fungiert Elke Maria Schwab-Lohr.

Tips: Frau Schwab-Lohr, wann haben für Sie die Vorbereitungen für die PSO begonnen und wie kam es dazu, dass Sie die Regie in Zell führen?
Schwab-Lohr: Eigentlich bereits im Frühsommer 2019. Zu diesem Zeitpunkt gab es die ersten Gespräche und Vorbereitungen für diese Produktion, die – ursprünglich ja schon für 2020 geplant – eine Kooperation der Pramtaler Sommeroperette und dem Theater an der Rott im niederbayerischen Eggenfelden ist. Als Mitglied des Leitungsteams am Theater an der Rott war ich in die gemeinsame Stücksuche mit dem Intendanten der PSO, Harald Wurmsdobler, stark involviert. Und so kam es auch zu dieser engeren Zusammenarbeit. Ich habe die Fassung erstellt und diese Operette zunächst für das Theater an der Rott inszeniert. Wir hatten am 23. Februar 2020 Premiere und durften noch sechs weitere Vorstellungen spielen. Die restlichen, ausverkauften Vorstellungen mussten aus bekannten Gründen abgesagt werden.
Tips: Worauf muss eine Regisseurin besonders achten?
Schwab-Lohr: Am wichtigsten ist es, einen wirklich guten Überblick zu haben über die inhaltlichen Abläufe, die Situationen, die Charaktere und die Beziehungen der Figuren zueinander. Es laufen alle Fäden oder Gedanken, die mit der Produktion zu tun haben, bei der Regie zusammen. Man ist sozusagen Herz und Hirn einer Produktion, oder auch der Motor – oder so sollte es sein. Ich bezeichne es zumindest gerne so. Man braucht auch Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen und Geduld sowie ein gutes Mindestmaß an (strenger oder klarer) Führung und große Offenheit für die künstlerischen Vorschläge und Ideen des Ensembles.
Tips: Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Vorbereitungen?
Schwab-Lohr: Aufgrund der derzeitigen Situation hatten wir wirklich erschwerte Bedingungen. Es mussten viele Adaptionen gemacht und eine neue, kürzere Fassung ohne Chor und ohne Pause erstellt werden. Dazu kam es krankheitsbedingt oder wegen der Verschiebung zu Überschneidungen mit anderen Produktionen und dadurch zu Neubesetzungen. Aber es ist ein tolles Ensemble, alle sind sehr gut vorbereitet, hoch motiviert und vor allem glücklich, endlich wieder vor Publikum auftreten zu dürfen.
Tips: Welche Aufgaben haben Sie während der Vorstellungen?
Schwab-Lohr: Hier bei der Pramtaler Sommeroperette keine. Ich begleite die Produktion nur bis zur Premiere und betreue die Vorstellungen hier nicht selbst. Nach der Premiere ist vor der Premiere und es geht mit anderen Produktionen weiter. Aufgrund dieser anderen beruflichen Verpflichtungen kann ich die anderen Mariza-Aufführungen leider nicht sehen, aber ich werde immer in Gedanken dabei sein. Das lässt mich natürlich gefühlsmäßig nicht los. Und natürlich werde ich jedes Mal hoffen, dass das Wetter hält und dass viele Zuschauer kommen. Das haben sich die PSO und alle, die daran beteiligt sind, wirklich verdient.


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